Abschied von Maik Sommer

von / Donnerstag, 07 Juni 2018 / Veröffentlicht inAllgemein, Predigt

Schalom – liebe Gemeinde!

 

„Woran machen wir uns fest?“ war die Frage unserer letzten Konfirmation.

Die Antwort: „An Jesus, der sich uns als Halt im Leben anbietet.“

Ich frage mich seit einigen Monaten „Woran mache ich mich fest, wenn ich meine Gemeinde früher verlassen muss, als es eigentlich besprochen war?“ Meine Antwort: „An Jesus.“

 

Leider muss ich mich an dieser Stelle von Euch und Ihnen verabschieden.

Das Presbyterium hat im Januar 2018 entschieden, dass sie im nächsten Jahr die Stelle des Jugendpastors neu besetzen wollen. Das hat mich und meine Familie sehr bestürzt und ich bedauere das sehr.

 

Zwei Jahre diverser persönlicher und inhaltlicher Differenzen in der Gemeindeleitung liegen hinter uns. Ich würde für mich sagen, dass ich mich bemüht habe nach Römer 12, 18 zu leben: „Soweit es irgend möglich ist und von euch abhängt, lebt mit allen Menschen in Frieden.“ Das werden bestimmt auch andere für sich in Anspruch nehmen. Letztendlich scheint dies leider nicht möglich zu sein. So erkläre ich mir die Entscheidung des Presbyteriums meinen Stelle nicht wie besprochen bis mindestens 2022 fortzuführen.

 

Ich hätte noch bis zum Ende meiner Pfarrer mbA-Zeit (September 2019) als Jugendpastor hier arbeiten können. In der angespannten Situation möchte ich dies aber nicht mehr und werde zum 15.8.2018 nach Lukas 9, 5 „den Staub von meinen Füßen schütteln, wenn ich nicht mehr willkommen bin.“

 

Es tut weh, den Unfrieden in unserer Gemeinde zu erleben. Gott wird hoffentlich in den nächsten Jahren Heilung schenken.

Ich bin dieser Gemeinde und vielen, vielen Menschen sehr dankbar für alle Möglichkeiten, die Begleitung, die Gespräche und die gemeinsamen Aktionen, die wir in den letzten 14 Jahren gemeinsam erlebt und unternommen haben.

Seit 2007 haben Menschen treu für eine Stelle für den Jugendpastor gespendet. Diese spendenfinanzierte Pfarrstelle hatte eine Signalwirkung weit über den Kirchenkreis hinaus in der kirchlichen Landschaft in Deutschland.

In einer strukturschwachen Region haben Menschen für eine besondere Stelle und eine gezielte Investition in die Jugend zusammengelegt und etwas Segensreiches ermöglicht. Die Rücklage war Ende 2017 immer noch sehr groß. Durch die Änderung des Finanzsystems unserer Kirche können wir keinen genauen Betrag nennen. Aber es sind noch deutlich über 100.000,- Euro in der Rücklage und ermöglichen damit eine gute und gesicherte Planung für die Zukunft einer Jugendpastorenstelle für youcom.  Ich war und bin überwältigt von dieser Großzügigkeit!!!

 

2004 bin ich nach Cochem gekommen, weil es hier eine kleine Gemeinde mit der Vision von einem großen Gott gab. Eine Gemeinde mit einem Herzen für Gott und für die Menschen in der Region. Von diesen Menschen gibt es immer noch einige. Mögen diese Stimmen weiterhin prägend sein.

 

Ich bin Gott dankbar, für die Wunder und Entwicklungen, die ER hier geschenkt hat. Ohne seinen Segen wäre jede Arbeit, Begabung, Struktur und Vision vergebens gewesen bzw. rein menschliches Mühen. Vor solch rein menschlichem Streben warnt die Bibel uns mehrfach.

 

Ich weiß, ich habe in den letzten 14 Jahren gegeben, was ich konnte, um dieser Gemeinde und besonders den Jugendlichen und der entstandenen Jugendgemeinde zu dienen. Dabei ist manches gelungen und manches auch nicht. Wo ich Menschen etwas schuldig geblieben bin oder sie nicht genug wahrgenommen habe, tut es mir leid. Wo ich Menschen inspiriert habe, in ihrem Leben nach der Dimension Gottes zu fragen und Ihn in das Leben und den Alltag einzuladen, da freue ich mich. Über junge Menschen, die ihre Gaben und Berufungen (und Berufe) bei uns gefunden und ausgebaut haben, gebe ich Gott die Ehre. Für die Hunderten von Ehrenamtlichen, mit denen ich die letzten Jahre zusammenarbeiten durfte, die mich und diese Gemeinde bereichert haben, bin ich von Herzen dankbar.

Am 10.10.2004 habe ich mich der Gemeinde in einem Gottesdienst mit meiner Predigt vorgestellt, die eine Art „Grundsatzprogramm“ für mich war – und ist.

Ich habe Euch und Ihnen davon erzählt, dass J.E.S.U.S für mich persönlich und für meinen Beruf von größter, alles bestimmender Bedeutung ist.

(J.E.S.U.S. = JESUS, ist der ERSTE. Er hat SEHNSUCHT nach UNS und SENDET uns.)
J.E.S.U.S. = JESUS, dessen Name bereits Programm ist. Jesus, der Jeshuah, der Retter. Jesus, der Ferne und der Nahe. Der Leidende und der Siegreiche.

Jesus ist der ERSTE. Der, der vor aller Schöpfung bereits beim Vater war.

Jesus, Alpha und Omega – Anfang und Ende. Jesus, der Erste, der vom Vater von den Toten auferweckt wurde, nachdem er die Schuld der ganzen Welt auf seine Schultern genommen hat, am Kreuz.

Jesus, der der Erste in unserem Leben sein möchte. Unser „Kyrios“, unser Herr.

 

JESUS ist der ERSTE und er hat SEHNSUCHT!

Jesus ist voll Sehnsucht, voll Leidenschaft. Sehnsucht, die Energie freisetzt. Sie bestimmt unser Herz und unser Denken.

Ich habe damals gesagt: „Die Sehnsucht Gottes sind seine Geschöpfe.

Durch die Geschichte zeigt sich: Gott sehnt sich nach uns. Er offenbarte sich immer wieder Menschen. Und schließlich konnte er es nicht mehr aushalten –

Von der Sehnsucht verzehrt mit seinen Menschen wieder in direkte Verbindung zu kommen – kam er selbst.“

Jesus ist das sichtbare Zeichen von Gottes Sehnsucht nach: UNS!

J.E.S.U. = JESUS ist der ERSTE und er hat SEHNSUCHT nach UNS.

 

Ich habe gesagt, Sehnsucht hat eine Zielrichtung.

Jesus hat es gezeigt: Das Ziel von Gottes Sehnsucht sind WIR.

 

Spüren wir das? Persönlich? In unserer Gemeinde?
Ich habe 14 Jahre lang versucht, Euch und Ihnen diese Sehnsucht Gottes zu zeigen. Besonders den jungen Menschen in meiner Funktion als Pastor für die Jugend der Region. Einige haben das erkannt und angenommen. Halleluja. Dafür bin ich sehr dankbar.

 

Und Jesus hat nicht nur Sehnsucht NACH uns! Er weckt auch Sehnsucht IN uns! Und SENDET UNS!

Die gemeinsame Sehnsucht wird andere anstecken – und gemeinsam auf den Weg senden, um anderen Menschen von Gottes Sehnsucht zu erzählen.

… unser gemeinsamer Weg in dieser Gemeinde wurde nun beendet.

Das ist nicht leicht für mich und meine Familie, aber wir müssen es akzeptieren. So gehe ich nicht fröhlich und zufrieden. Aber ich wünsche der Gemeinde und besonders auch der Jugendgemeinde youcom, dass Gott das gute Werk in ihr vollenden wird, dass er begonnen hat. (Philipper 1, 6) Gebt den Jugendlichen weiter eine Chance, Gemeinde zu leben nach der Vision von youcom „Junge Menschen mit Leidenschaft, die Gemeinschaft um Jesus haben und durch die Er strahlt.“

 

Schalom – Gottes ganzheitlicher Friede sei mit Ihnen und Euch.
Maik Sommer

OBEN
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