Predigt Wonway 19.04.2014

von / Donnerstag, 24 April 2014 / Veröffentlicht inPredigt


                                            

                                            

                                            

                                            

                                            

                                            

 

WonWay – Trinität: Der SOHN – JESUS

Karsamstag zwischen Karfreitag und Ostersonntag… wir wollen heute an alle drei dieser wichtigen Tage denken.

WonWay mitten in einer Predigtreihe zum Geheimnis der Trinität (Dreieinigkeit) – deshalb auch die Eröffnung mit den ersten beiden Artikeln des Glaubensbekenntnisses.

Im letzten Gottesdienst haben wir uns mit Gott dem Vater beschäftigt – in diesem Gottesdienst steht Jesus, der Sohn im Mittelpunkt.

 

Jesus – der Sohn Gottes – der unzählige Namen und Titel trägt – da er viel in der Welt bewirkt hat und auch heute noch bewirkt.

John Ortberg nannte Jesus auf einer Konferenz im Februar: den WELTBEWEGER!

Für Jesus wurde nicht nur die Zeitrechnung ‚auf Null‘ gestellt und die Weltzeit neu gestartet, sondern Jesus hat die Weltgeschichte verändert!

Er ist seit fast 2000 Jahren die dominierende Person der Weltgeschichte! In seinem Namen wird geflucht und gebetet und gelebt.

 

Eigentlich war dieser Jesus aus Nazareth, unehelich in einem Stall in Bethlehem geboren, ein unbedeutender Mann: Ohne Armee, ohne Geld, ohne weltliche Hoheitstitel; seine Nachfolger waren unbedeutende Menschen einer kleinen Nation. Und doch nennen wir ihn heute:
Gott, den Messias, den Retter, Christus, Ratgeber, Friedefürst, Gesalbter, Lehrer, das Lamm, den Heiligen, den Herrn, den König, den König aller Könige, den Mächtigen, den Rabbi, den Lehrer, den Wunderbaren, Emanuel, Fels, ‚Das Wort‘, …

 

Stellt euch mal kurz eine Welt vor ohne die Kirche, in der die Nachfolger Jesu seit fast 2000 Jahren wirken. Die Kirche ist eine Bewegung, die über ethnische und geographische Grenzen hinaus Menschen zusammen ruft und die ganze Sozialsysteme verändert hat: Kranke, Kinder, Frauen und Fremde bekamen oft erst durch diesen Jesus ihren Wert zugesprochen. Jesu Worte haben die Bildung und Erziehung verändert. Waisenhäuser, Hospitäler, Klöster, Bildung und Alphabete und Alphabetisierung für alle, das rote Kreuz, Schulen, die Kunst, Musik, das politische Denken, die Menschenrechte und die Menschenwürde, die Nächstenliebe und der Versöhnungsgedanke, Tolstoi, Gandhi, Martin Luther, Martin Luther King u.v.a.m. –  all dies wurde von einem armen Zimmermann beeinflusst bzw. gestartet, der an einem Kreuz gestorben ist.

Wer war dieser Jesus? Wer ist er für dich? Was hat er mit dir zu tun?

 

Diese Welt ist durchdrungen von seiner Liebe zu uns, einer Liebe auf die er sich letztendlich sogar hat festnageln lassen – am Kreuz!

 

Viele Menschen sagen heute: Weihnachten ist das Fest der Liebe. Aber eigentlich müsste man sagen: Ostern ist das Fest der Liebe!  Denn in diesen Tagen erinnern wir uns an Jesus, der sich aus Liebe zu uns hat ans Kreuz schlagen lassen. Der aus Liebe zu uns in den Tod gegangen ist, sogar bis hinab ins Totenreich, wie unser Glaubensbekenntnis sagt. Und der am Karsamstag in der Tiefe des Todes um die Menschen gerungen hat. Und der dann Ostersonntag als Sieger wieder auferstanden ist.
1. Karfreitag: JA! Es gibt Schuld und Leid in dieser Welt und in unserem Leben. Auch unser Leben kennt Karfreitag. Und darum gilt jedem von uns dieser Tag.

2. Karsamstag: JA! Grabesstille wurde früher gesagt. Es gibt Momente des Schweigens. Auch unser Leben kennt Tage, in denen Gott nicht spricht, er aber “unterirdisch” aktiv ist.

3. Ostersonntag: JA! Er ist auferstanden und lebt. Er ist der Sieger. Die Auferstehung Jesu gilt auch für uns!

 

Ich lade euch ein – diese drei Tage zu betrachten und zu fragen: WAS WILL GOTT MIR HEUTE DAZU SAGEN! Was BEDEUTET DAS FÜR MICH???
Message KARFREITAG

Stille – Kreuzigungstext: Lk 23,32-33+44-46

„An deinem Kreuz wird mein Herz still, denn du Herr sahst meine Schuld, nahmst sie auf dich durch dein Blut.“ Das haben wir gerade gesungen. Die Bedeutung von Karfreitag und warum Jesus einen so grausamen Tod sterben musste, war den Menschen damals ein Rätsel und wird auch heute noch kontrovers diskutiert. Dass Jesus als Mensch wirklich gelebt hat und dass er am Kreuz gestorben ist, wird historisch nicht mehr bestritten. Aber die Bedeutung seines Lebens und Sterben, ist bis heute ein spannendes Thema. Die Jünger haben es anfangs ja selber nicht verstanden und waren total kopflos und durcheinander. Sie wussten nicht, wohin mit sich, und wollten alles hinschmeißen, nur noch nach Hause, den Kopf unter die Bettdecke stecken und alles vergessen, was sie die letzten drei Jahre erlebt hatten.

 

Aber selbst nach Jesu Auferstehung und allen großen Dingen, die damals passiert sind, ging die Auseinandersetzung um seinen Tod weiter. Bis hinein in die ersten christlichen Gemeinden.

 

Paulus schreibt damals an die Christen in Korinth (1. Kor 1,18) „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft.“ (Luther- Übersetzung)

„ Mit der Botschaft vom Kreuz ist es nämlich so: In den Augen derer, die verloren gehen, ist sie etwas völlig Unsinniges; für uns aber, die wir gerettet werden, ist sie ´der Inbegriff von` Gottes Kraft.“ (Neue Genfer Übersetzung)

 

Ein Gott, der sich nicht nur freiwillig zum Mensch macht, sondern sich dann auch noch von seinen eigenen Geschöpfen geißeln und kreuzigen lässt, war in der damaligen Welt undenkbar. Ein Gott musste STARK und UNABHÄNGIG von den Menschen sein. SCHWÄCHE KONNTE ES BEI EINEM GOTT DAMALS GAR NICHT GEBEN – UNVORSTELLBAR! Aber Paulus bringt es hier auf den Punkt: Es geht um unsere Rettung.

Es geht darum, dass der barmherzige Gott dennoch der gerechte Gott ist und bleibt. Und dass Sünde und Schuld Folgen haben vor ihm, dem Schöpfer und Richter dieser Welt. Die Folge ist Trennung von ihm und damit auch ein ‚Verlorengehen‘.

„Aber Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Joh 3, 16). Der Sündlose und Schuldlose gab sich selbst, damit wir gerettet werden. Von außen betrachtet ist das etwas völlig Unsinniges und eine Torheit! Wer aber selbst liebt, der weiß, was er bereit ist zu geben, für die, die er liebt: Nämlich alles!

Im Alten Testament lesen wir, dass die Menschen das Blut von Tieren geopfert hat, um ihre Sünden zu bezahlen. Sie wollten die Zusage der Priester haben, dass zwischen Ihnen und Gott wieder alles gut ist. An Karfreitag hat Gott selber diese Opferpraxis beendet und selber das ultimative Opfer für uns gegeben. Darum wir Jesus auch das Lamm Gottes genannt, dessen Blut unsere Schuld von uns wäscht. „Hier am Kreuz knie ich vor dir, dein Blut floss hier wegen mir, keiner liebt mich so wie du.“ Wir hören gleich das Zeugnis von Karsten, der an diesem Kreuz gekniet hat und wie dadurch sein Leben verändert wurde. Vorher singen wir: Hier am Kreuz…

(Zeugnis Karsten im Interview – siehe auch youcom.cc, Video auf der Home-Ebene)

 

Message KARSAMSTAG:  „Heilig, heilig, das Lamm Gott, das geopfert ist.“

Die Kreuzigung führte wirklich und wahrhaftig zum Tode. Es war kein Scheintod, kein ‚Ein kleines bisschen tot‘; kein ‘Ich hab´s doch nicht so gemeint-Tod. Und um ganz sicher zu gehen hat der Hauptmann, der für die Vollstreckung zuständig war, noch einmal mit der Lanze in Jesu Seite gestoßen. Ja, er war wirklich tot. Und dann wurde er in das Grab gelegt und es herrschte äußerlich Ruhe, Grabesruhe am Karsamstag. Für die Jünger der Tag der Trauer und der Verzweiflung mit der bangen Frage: Wie soll es nun weitergehen? Jesus ist tot. Alles ist zu Ende. Und Gott schweigt scheinbar.

 

Karsamstag ist der ZWISCHENTAG, der Tag zwischen Karfreitag und Ostern. Es ist der Tag nach dem Kreuz und der Tag vor der Auferstehung. Auch unser Leben findet auf so vielerlei Weise ‚am Samstag‘ statt:

– Wenn wir gebetet haben, aber die Antwort auf sich warten lässt.

– Wenn wir Schmerz empfinden, aber noch keine Heilung in Sicht ist.

– Wenn wir Altes verabschieden müssen, aber das Neue noch nicht da ist.

 

Ich habe gerade schon von John Ortberg gesprochen, der Jesus den WELTBEWEGER genannt hat. Und er hat auch mit uns über die Karsamstage unseres Lebens gesprochen. Er sagte: „Die Bibel ist voller 3-Tages-Geschichten. Voller Geschichten, in denen am dritten Tag alles anders war. Geschichten, die uns hoffen lassen, dass Gott auf unseren Schmerz den Sonntag folgen lässt, den Tag der Auferstehung und des Sieges. Wir müssen uns gegenseitig immer wieder daran erinnern: „Was du heute erlebst, ist noch nicht die ganze Wahrheit. Es ist oft eine 3-Tages-Geschichte.“

 

Für die Jünger jedenfalls ist zunächst am Karfreitag ihr größter Traum gestorben. Was tust du, wenn dein größter Traum stirbt? Steckst du in deiner Verzweiflung fest? Dann wird es wohl ‚Freitag‘ für dich bleiben.  Versuchst du es mit Verleugnung? Suchst du die leichten Antworten? Oder machst du dich auf die Suche nach den Verheißungen, die über dein Leben ausgesprochen wurden. Erinnerst du dich an die ‚dritten Tage‘, die Ostersonntage, die du schon erlebt hast, und sprichst Du sie dir selber als Hoffnungssignale zu bzw. lässt sie dir zusprechen?!

 

JA!  Es gibt Karsamstage im Leben, in denen Gott schweigt und du dich fragst: Wo gehöre ich eigentlich hin. Aber vielleicht kannst du dich dann in einem solchen Moment daran erinnern, was du selber im ‚Glaubensbekenntnis‘ schon 1.000 mal gesprochen hast:
– gekreuzigt, gestorben und begraben.

– hinabgestiegen in das Reich des Todes

– am dritten Tage auferstanden von den Toten.

Zwischen Tod und Auferstehung hat Jesus nicht einfach rumgelegen! Er ist in das Totenreich gestiegen, um dort aufzuräumen und die guten Nachricht zu verkünden: „Die Macht des Todes wird gebrochen werden. Ich bleibe nicht im Tod. Ich gehe ins Leben. Und das gilt für alle, die das glauben.“

 

Karsamstage sind im Leben keine schönen Tage, weil wir das Gefühl haben: Gott schweigt. Aber wir haben eben auch die Hoffnung des Ostersonntages im Gepäck, wenn wir durch diese Tage gehen. Daran dürfen wir uns festhalten. Umgib dich mit Menschen, die mit dir durch diese Zeit gehen, die für dich beten und dich an den Sonntag erinnern!

Die nächsten drei Lieder nehmen uns mit in die Frage: Wie lange wir noch warten müssen, bis Gott eingreift. Hinein in die Zerrissenheit Jesu zwischen Himmel und Erde zu sein, unsere eigene Zerrissenheit und in die Erinnerung, dass Jesus für uns gestorben ist.

Message: OSTERSONNTAG

Der wahre Morgenstern, er ist aufgegangen. Der Stern, der den Anbruch des Tages anzeigt: Jesus, der das Licht der Welt ist und der uns aus der Dunkelheit und aus dem Tod ins Leben hinausführen will. So wie es das Motto unseres SonRise ist: „Das Leben der Menschen, die auf Gott hören (und Jesus ist das menschgewordene Wort Gottes) gleicht dem Sonnenaufgang, es wird heller und heller, bis es völlig Tag geworden ist.“  Wer tappt schon gerne im Dunkeln, stolpert ständig, stößt immer wieder schmerzhaft an und weiß vor allen Dingen gar nicht mehr, wo es langgeht und wo er rauskommt am Ende?! Die Jünger Jesu tappten auch noch eine ganze Weile nach Jesu Auferstehung im Dunkeln und mussten oft erst von Jesus selber die Augen geöffnet bekommen:  Ostertext (Die Emmausjünger begegnen Jesus) Lk, 24,13-35

Kurze Auslegung und Übertragung: Für die beiden Jünger ist Jesus tot/weg! Keine Märtyrerglorifizierung, kein nostalgisches zurückschauen auf ‚die guten alten Zeiten‘, einfach nur traurig. Es ist vorbei. Sie können sich keine Auferstehung vorstellen. Das sprengt ihr Denken. Dann: Jesus geht an ihrer Seite, aber sie erkennen ihn nicht! Auch die Botschaft der Frauen glauben sie nicht. Selbst als Jesus ihnen die ganze Heilsgeschichte anhand der Bibel auslegt. Auch all die Worte und Zeichen der Propheten dringen nicht zu ihnen durch, sie sind so verblendet, traurig und enttäuscht. Jesus verzweifelt zwar ein bisschen an ihnen, aber er gibt sie nicht auf. Er begleitet sie auf ihrem Weg (äußerlich und innerlich), bis sie zur Erkenntnis kommen: Er lebt, er ist auferstanden. Jesus selbst gibt ihnen die Zeichen dafür.

Amen.

OBEN
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