„Ich bin so frei!“ C.m.C. 19.11.2016

von / Freitag, 25 November 2016 / Veröffentlicht inAllgemein, youcom Veranstaltung

CMC  19.11.16

Der CMC vom 19.11.6 stand unter dem Motto „Ich bin so frei“.  Er setzte sich mit der Freiheit auseinander, die wir erleben dürfen und können. Vor diesem Kontext wurde der Film „Luther“ gezeigt.

Das Drama-Team, spielte ein Stück, das aufzeigte, dass wir alle andere Definitionen von Freiheit haben können. Diese Definitionen können manchmal ganz gegensätzlich sein, das bedeutet nicht dass eine davon weniger wert oder richtig ist. Auch finden wir uns manchmal in Situationen wieder, in denen wir unsere Definition von Freiheit verwerfen, entweder weil wir es müssen oder weil wir es wollen, dann machen wir uns auf die Suche nach neuer Freiheit. Die christliche Lehre schlägt jedoch Regeln vor, die unsere Freiheit zu beschneiden zu scheinen, diese Gebote sind aber dazu da unsere Freiheit bewahren zu können. Wir sind frei dahin zu gehen, wo wir wollen, wir sind jedoch auch frei davon, dass man uns schlimmes antut.  

Oft erkennen wir das Privileg unserer eigenen Freiheit erst dann an, wenn es uns genommen wird. Eine Darstellung dessen, war das mit Kabelbindern gefesselt werden von Freiwilligen aus dem Publikum. Nicht-Freizusein nimmt einem ganz praktisch die Bewegungsfreiheit, ob das jetzt körperlich oder nur im Kopf. Es gibt Menschen, die sind ganz praktisch ihrer Freiheit beraubt, sie können sich nicht frei bewegen. Ihre Heimatländer sind gebeutelt von Terror, Krieg und Hunger. Doch es gibt auch solche, die sich selbst mentale Ketten umlegen. Es gibt für jeden von uns ein paar Dinge, die uns fesseln. Diese Dinge sind für jeden anders, aber sie einen uns indem sie alle denselben Effekt nach sich ziehen: Sie machen uns unfrei. Das Tanz-Team stellte dar, wie uns unsere Fesseln von Gott und unserer Selbstverwirklichung fernhalten.  Diese Fesseln abzulegen ist schwer, besonders wenn man es alleine schaffen will.  Man kommt sich oft zu klein vor um diese Schwierigkeiten hinter sich zu lassen, aber in Jesus haben wir jemanden der uns helfen will unsere Fesseln hinter uns zu lassen. „There is power in the name of Jesus- to break every chain“, heißt es im Lied. Jesus kann alle unsere Ketten lösen, wenn wir ihn denn lassen.

In der Suche nach unserer eigenen Definition von Freiheit können wir uns manchmal etwas verloren vorkommen. In Gott kann man jemanden finden, der den richtigen Weg kennt. „There’s not a place where I’ll go, You’ve not already stood“, Gott kennt jeden Ort an dem wir waren und jeden an den wir gehen werden. Durch ihn können wir gerettet und damit befreit werden.  Wenn wir lernen ihm zu vertrauen, dann finden wir Freiheit und können von uns selbst sagen: „Ich bin so frei.“ Dies kann aber eine schmerzhafte Reise sein, denn wir müssen erkennen, dass es Dinge gibt, die größer sind als wir selbst und dass wir nicht in der Lage sind uns selbst von manchen Dingen zu befreien. Das zeigt uns unsere eigene Menschlichkeit auf.  Wir können uns Gott anvertrauen, dies bedeutet dann aber nicht, dass wir frei von aller Trauer und Sorgen sind. Wir sind nicht erst dann frei, wenn wir verlernt haben, wie sich verzweifelte Nächte und durchkämpfte Tage anfühlen, sondern dann wenn wir sie kennen und über ihnen stehen können.  

Maik predigte über den Anlass, zu dem man sich das Thema „Freiheit“ vorgenommen hat. Vor 499 fand die Reformation statt. Sie war ein Befreiungsakt eines Mönchs der tief zerrissen war von dem Gottesbild, das die katholische Kirche seiner Zeit predigte und dem Bild, das er sich selbst gemacht hat. Seine eigenen Erkenntnisse sollen große Folgen haben.

Freiheit ist laut der Bibel das urmenschliche Schicksal, Paulus schrieb: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auferlegen.“ (Gal. 5,1). Jesus hat uns von unseren Sünden befreit, damit wir frei sein können. Diese Freiheit ist viel leichter beschrieben, als das sie gelebt ist. Es gibt so viele Ketten die uns festhalten, an unserer Schuld, negativen Gedanken oder an unseren  Selbstzweifeln. All das hält uns von dem ab das zu sein, was Gott für uns vorsah. Er sah uns in Freiheit leben, aber frei sind viele von uns nicht. Wir wissen nicht, wie wir uns befreien können oder glauben nicht, dass wir genug sind uns zu befreien.  

Luther sah vier Grundsätze, die als Messer dienen können, das unsere Fesseln zerschneidet.  sola scriptura steht für die Macht, die wir dadurch haben, dass wir selbst in der Bibel lesen können. Wir können uns unser Gottesbild selber machen, anstatt dem eines anderen folgen zu müssen.  Gott gab uns Verstand, nicht damit wir blind folgen, sondern damit wir selbst denken und entscheiden lernen. Wir haben die Möglichkeit uns frei zu machen, indem wir selbst denken und uns so von fremden Vorstellungen befreien können.

sola fide bedeutet dass Gott uns kennt. Dieser Gedanke kann  angsteinflößend sein, aber eigentlich macht er uns frei. Gott kennt uns in und auswendig und er liebt uns trotzdem. Es gibt also immer jemanden, der uns annimmt, genauso wie wir sind. Selbst wenn man überall nur Ablehnung erfährt, dann gibt es da immer jemanden der „Ja“ zu dir sagt. Der Glaube an Gott und seine Liebe können unsere Fesseln zerschneiden.

sola gratia steht für die Gnade, die uns zu kommt, allein dadurch, dass wir glauben. Gott will uns sagen, dass wir  seine Liebe nicht verdienen müssen. Allein dadurch wird uns Gnade zuteil. Er erteilt uns diese Gnade nicht weil wir perfektionistisch leben, sondern weil wir unperfekt menschlich sind und das allein macht uns gut genug. Wenn wir glauben, dann erhalten wir Gnade und sind befreit davon diese Gnade mit unserem Tun erreichen zu müssen.

sola christus bedeutet, dass allein Jesus uns wirklich befreien kann. Durch ihn allein sind wir errettet und befreit worden. In ihm sehen wir einen menschgewordenen Gott, den wir lieben und der uns lieben kann. Er stellt die Brücke dar, die uns zu Gott und damit zur Freiheit führen können. Wir sollen frei leben und diese Freiheit können wir durch und mit Jesus erhalten.

 

Der Film Luther bildet Martin Luthers Weg hin zu einem freien und ganzen Menschen ab. Sein ganzes Leben hat er damit verbracht entzweit zu sein, durch das was die Kirche ihm über Gott sagte und dem was er sich von Gott wünscht. Ein Gott der Liebe und Gnade kann nicht an Ablasshandel und Ausbeutung der gläubigen Armen interessiert sein.  Er hoffte auf einen barmherzigen Gott, der ihn nicht verurteilt, sondern begnadigt. Dessen Liebe und Gnade er sich nicht verdienen oder erkaufen kann, sondern einer der ihm so verzeiht.  Luther kommt zu einigen gefährlichen Erkenntnissen, die die Kirche vor einiger sehr unangenehme Fragen stellt. Luther selbst schafft es sich von der Vorstellung eines bestrafenden und zornigen Gottes zu lösen und bald soll ihm die ganze Welt in dieser Erkenntnis folgen. 

OBEN
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