IST GOTT TOT ??
C.m.C. am 21.05.2016

von / Donnerstag, 26 Mai 2016 / Veröffentlicht inAllgemein, youcom Veranstaltung

Der C.m.C. vom 21. Mai 2016 stand unter dem Motto „Gott ist (nicht) tot“; passend dazu war der Film „God’s (not) Dead“ zu sehen.

Zu Anfang sang die Band: „ Now I’m lost in your freedom. This world I’ll overcome“ („Ich gehe auf in deiner Freiheit. In dieser Welt werde ich Sieger bleiben“) und stimmte uns damit auf das Anspiel durch das Drama-Team ein. Das kurze Stück zeigte auf, dass wir uns, ganz unabhängig von unserer eigenen Situation und was in uns vorgeht, gewissen Erwartungen ausgesetzt fühlen. Die Freunde, die doch eigentlich nur dein Bestes wollen, aber irgendwie ist dir jeder gerade zu viel. Die Eltern, die sich nur noch streiten und wollen, dass du dich für einen von ihnen entscheidest. Der Lehrer, der es gut meint, aber du hast trotzdem überhaupt keinen Kopf für Schule. Aber zwischen diesen ganzen Stimmen, die dich in die eine oder andere Richtung zerren wollen, überhören wir oft die eine, die es doch am besten mit uns meint: Gott fragt sich genauso wie die Menschen in unserem Leben, ob wir ihn überhaupt noch hören. Er fragt sich, ob er tot für uns ist.  Vielleicht aber fragen wir uns auch, ob wir tot für Gott sind. Wir haben so viele Probleme und unbeantwortete Fragen, dass wir glauben, Gott hätte uns vergessen. Und deshalb vergessen wir ihn. Wir erklären ihn für tot, weil wir uns von ihm verlassen fühlen.

Unter diesem Motto stand dann auch Maiks Predigt. Er sprach über die Gründe, warum wir Gott für gesellschaftlich tot erklären. Wir können Gott manchmal nicht greifen und was sich uns auf diese Weise entzieht, wird für ‚nicht lebendig‘ erklärt. Wir glauben, Gott nicht mehr fassen zu können. Gerade dann, wenn wir von der Welt verletzt werden und wenn wir uns fragen, warum die Dinge so passieren müssen, wie sie es tun, fragen wir uns, ob Gott uns verlassen hat, ob er tot ist.  Aber das ist eine Entscheidung, die wir selbst treffen: wir selbst entscheiden uns, Gott in einen Sarg zu stecken, vielleicht weil unsere Gebete zunächst ohne Antwort bleiben, vielleicht, weil wir uns fühlen, als hätte man uns aufgegeben.

Eine Frage nach Gott ist auch die Frage nach dem, was vor unserer Existenz war. Wer ist Gott? Ist er der alte bärtige Mann aus Geschichten und Fernsehen? Oder das veraltete Konzept aus diesem einen zweitausend Jahre alten Buch namens ‚Bibel‘? Genaueres Nachfragen zeigt meist, dass die Menschen keine Vorstellung mehr von dem haben, was oder wer Gott eigentlich ist. Deshalb verlieren wir ihn aus dem Augen, wir erklären ihn für tot. Um Gott wieder in unser Leben zu lassen, sollten wir uns fragen, ob wir bereit sind, Gott einen Platz in unserem Leben einzuräumen. Aber in einer Welt, die uns so oft auf die Probe stellt und die uns immer wieder so verbittern lässt, verschließen wir manchmal unser Herz vor Gott und auch vor anderen Menschen, die zu uns durchdringen wollen. Wir fühlen uns so ungerecht behandelt, dass wir Gott vielleicht sogar ein bisschen hassen lernen, weil wir in ihm die Schuld für unser Leid sehen. Ein guter Gott kann doch eigentlich nicht zulassen, dass mir diese schlimmen Dinge passieren! Wir fühlen Wut gegenüber ihm, weil wir uns im Stich gelassen fühlen. Wir glauben, Gott erhört uns nicht und dass wir ihm egal sind.

Aber wir müssen uns dazu entschließen, uns zu fragen was oder wer in ‚Gottes Sarg‘, wie wir ihn auf der Bühne sehen konnten, ist. Haben wir Gott wirklich für tot erklärt? Oder liegt in dem Sarg unser enttäuschter Glaube? Oder ist der Sarg vielleicht sogar leer? Gott will nicht tot sein, er will Teil unseres Lebens sein, er will unser Vater sein.

Wir alle haben diese Tage, die wir glauben nicht überleben zu können. Manchmal sehen wir unsere Träume vor unseren Augen auseinanderfallen. Manchmal entfernen wir uns von Freunden, von denen wir dachten, dass sie uns für immer bleiben. Manchmal verlieren wir Menschen, die wir lieben, und manchmal verletzen uns Menschen, die wir lieben. Aber durch all das hindurch will Gott uns leiten. Er will unser Felsen, unsere Burg, unser Erretter sein (Psalm 18,2). Das einzige was wir tun müssen, ist ihn ‚lassen‘. Wir müssen ihn wiederauferstehen lassen und unseren Weg zu ihm zurück finden, auch wenn wir diesen Weg noch nicht sehen und wir nicht wissen, wo unser nächster Schritt uns hinführt. Gott hat einen Plan und wenn wir glauben er würde uns auf ein Gebet mit „Nein“ antwortet, dann ist das, was auf uns wartet tausendmal besser, als das was wir momentan wollen. Gott antwortet nicht mit „Nein“, sondern allenfalls mit einem „Noch nicht“.

Ihre Erlebnisse mit Gott erzählten uns Anke und Hannah und gaben uns Beispiele, wie wir Gott in ganz alttäglichen Situationen erleben können. Hannah erzählte von einem Sturz, der sie beinahe erblinden ließ. Anke erzählte von einer Situation, in der Gott ihr genau im rechten Moment zuhörte und ihr einen Ausweg zeigte. Diese und andere persönliche Erlebnisse lassen uns Gott ganz nah erleben und sind der Beweis dafür, dass er uns immer wieder erhört und bei uns ist.

Die Lied-Zeile „In this world I’ll overcome“ ist das, was mir am meisten im Gedächtnis blieb. „Ich habe die Welt überwunden“ bedeutet, dass jeder Sturm, den wir durchschreiten müssen, etwas ist, das es zu durchleben gilt und das wir das mit Gott an unserer Seite auf jeden Fall durchstehen können. Gott hat die Welt besiegt, und wir an seiner Seite können nicht versagen, denn jede verpatzte Chance und jede wirklich schlimme Nacht bereitet uns auf das vor, was noch kommen wird. In diesen wirklich schlimmen Zeiten ist es leicht, den Glauben zu verlieren und uns vollkommen allein gelassen zu fühlen, manchmal auch furchtbar wütend auf den Gott zu sein, der uns dieses Schicksal zuweist. Was wir nicht vergessen dürfen ist, das jedes dieser Erlebnisse eine Vorbereitung ist auf all das Gute, was Gott mit uns noch vor hat. In Gott zu vertrauen, wenn das Leben gut zu uns ist, ist leicht. In Gott zu vertrauen, wenn unser Weg vernebelt bleibt und wenn wir nicht wissen, was aus uns noch werden soll, heißt wirklich ‚glauben‘.

Der Film „God’s (not) Dead“ geht auf diesen durch schlimme Erlebnisse verloren gegangenen Glauben ein und auch auf den Kampf, den wir manchmal mit uns ausfechten, weil wir nicht verstehen warum wir die Dinge durchmachen müssen, die wir gerade durchmachen. Wir verstehen nicht was uns der Schmerz, den wir fühlen nützen soll. Der Film spricht über wahren Glauben, den wir auf Dauer nicht verleugnen können – die Kräfte, die uns davon abhalten wollen. Er ermutigt uns und erinnert uns daran: „Gott gut ist, immer!“

Text: Marie-Theres Tapken
Bilder: Christina Baun

> Mehr Bilder in der Galerie

 

 

OBEN
n/a