Predigt C.m.C. 14.03.2015

von / Mittwoch, 18 März 2015 / Veröffentlicht inPredigt

Predigt C.m.C. 14.3.2015
Film: „Die Chroniken von Narnia“
Bibelzitat: „Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für die Freunde hingibt.“

Wow – das ist ein vielfältiger C.m.C.! Liebe – Verrat – Beste Feinde – Fantasie.

Dann das Wortgefecht zwischen Janina und unseren Moderatoren. Ja, was ist denn nun die Liebe: Nur auf Wolke sieben zu schweben oder doch bereit sein, sein Leben zu geben?

Rosarote Brille und Schmetterlinge im Bauch – doch bald ist alles nur noch kalter Rauch?

Und unser Theaterstück? Da ging es ja weniger um Liebe – sondern eher darum, was einige Leute ganz schön verbockt haben:

– Der Vater kam mit der Arbeitslosigkeit nicht klar – und fing an zu trinken;

– Der Sohn kam deshalb mit der Schule nicht mehr klar;

– Die Mutter hört nicht auf den Sohn und rennt zum Lehrer; und

– der Lehrer schießt den Vogel ab, in dem er vertrauliche Informationen weitergibt und Marius vor der ganzen Klasse fertigmacht.

Was für ein Chaos, und doch ist das das alltägliche Leben. Denn in unserem Leben ist nicht alles gut.

C.S. Lewis (wir haben gerade etwas aus seinem Leben gehört) hat in den „Chroniken von Narnia“ den Kampf von GUT und BÖSE beschrieben. Er hat die Zerrissenheit zwischen Liebe und Hass, die wir jeden Tag erleben, in einer märchenhaften Geschichte erzählt.

Als Grundlage nimmt er dafür den realen Kampf, den Gott um diese Welt führt. Der Löwe Aslan symbolisiert Jesus, der mit seiner Liebe gegen das Böse und Lebensvernichtende in dieser Welt antritt. Im Filmausschnitt sehen wir (Trailer II):

Edmond verrät seine Geschwister – und auch die Geschöpfe von Narnia. Durch Süßigkeiten und Komplimente hat er sich einwickeln lassen. Und auch wenn ihm die Konsequenzen selber vielleicht nicht bewusst waren – so hat er doch alles vergeigt und viel Schaden angerichtet! Durch seinen Verrat gehört sein Blut nun der Königin. Doch Aslan bietet sich im Austausch für Edmond an, und die Königin verzichtet schließlich auf Edmonds Blut – aber um welchen Preis! Dafür stirbt Aslan. Er opfert sich auf dem Altar für die anderen.

Die Idee eines „Opfers“ kennen wir heute oft leider nur als Schimpfwort: „Ey du Opfer!“ … „Was bist du für ein Loser?!“ Aber ein Opfer ist genau das Gegenteil von einem Loser. Ein Opfer zu bringen, bedeutet ultimative Liebe und Hingabe!

Vielleicht habt ihn in der Schule von Maximilian Kolbe oder anderen gehört, die sich im KZ im 2. Weltkrieg für andere gemeldet haben, die getötet werden sollten. Sie haben sich geopfert und die Todesstrafe für jemand anderes auf sich genommen und erlitten, um den anderen und seine Familie zu retten.

In Kino- und Fernsehfilmen ist ein beliebtes Thema, wenn jemand die Kugel für einen anderen abfängt oder sonst wie das eigene Leben in Gefahr bringt, um jemanden (z.B. aus den Flammen) zu retten. Das sind Heldentaten, die es auch in der Realität immer wieder gibt. Aber in den Filmen wird ja meist ein Unschuldiger gerettet. Wann schon wird ein Verräter, wann der Mörder aus den Flammen geholt? Im menschlichen Gerechtigkeitsempfinden werden die Bösen getötet oder kommen als Folge ihrer eigenen Taten um.

Durch Edmond wurde das Leben von vielen in Gefahr gebracht. ER ist der Verräter. Warum stirbt Aslan dann für einen Verräter? Strafe muss doch sein, oder? Denken wir mal kurz an uns selber: Es passiert doch jedem von uns mal, dass wir mal was verbocken. Und wenn du Pech hast, dann kommt es sogar noch raus. Alle zeigen dann mit dem Finger auf dich: DU BIST SCHULD! Und ja: sie haben Recht! Du hast es verbockt! DU weißt es. Alle wissen es. Und nun? Du fühlst dich klein. Sch…kaputt. Ja, ich bin schuld. Ich hab´s verbockt. Und wenn es schlecht läuft, dann müssen sogar noch andere darunter leiden.

 

Ist das der Moment, in dem sich entscheidet, ob die anderen mich wirklich lieben, ob es nur ‚Wolke sieben‘ oder die ‚rosarote Brille‘ war oder nur eine allgemeine, unverbindliche Beliebtheit?

Dieser C.m.C. hat eine Überschrift:  „Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für die Freunde hingibt.“ Jesus sagt das in Johannes 15,13.

„Niemand liebt mehr…“ – ‚mehr‘? Was heißt das? Kann man Liebe quantitativ messen? Gibt es eine Mengeneinheit für Liebe ? Oder wird Liebe qualitativ gemessen? Wie? Dazu zwei Beispiele:

  1. aus einem Kinderbuch: Kleiner Hase – großer Hase:
    Kleiner Hase: „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab? – sooo sehr…“ (Zeigt es durch Armeausstrecken…) Großer Hase zeigt jedes Mal weiter. Dann Kleiner Hase: „Den ganzen Weg bis zum Fluss“ Großer Hase: „Bis zum Fluss und zurück!“ „Oh, das ist sehr weit.“ Kleiner Hase: „Von hier bis zum Mond!“ Großer Hase: „Von hier bis zum Mond und zurück!“ usw.

Man kann sich sehr, sehr gerne haben, und das ist wunderschön und eigentlich gar nicht zu messen – nicht mal durch einen Vergleich ‚von hier bis zum Mond und zurück‘! Es tut echt gut, wenn man soooooo viel geliebt wird. Eine quantitative Messung.

  1. Eine qualitative Messung haben wir euch Konfi´s beim Kerzengottesdienst in Siegburg gezeigt. Die Frage, wie sehr Jesus uns lieb hat. Als ich das zum ersten Mal gehört habe, hat es mich tief bewegt, und das tut es heute noch:
    „Ich hörte jemanden fragen: Jesus, wie sehr liebst du mich? Jesus antwortete: ‚So sehr!‘ Dabei streckte er seine Arme aus – und starb.“ Am Kreuz. Mit ausgebreiteten Armen.

Das ist quantitativ eigentlich keine große Menge, keine lange Strecke zwischen den Fingerspitzen beider Arme, und doch sind diese 1,75 m oder 1,80 m qualitativ genau die Strecke, die den Unterschied ausmacht! In den Chroniken von Narnia steht Aslan für  Jesus. Er opfert sich – für Edmond und das ganze Volk von Narnia.

Jesus ist die menschgewordene Liebe Gottes – und er opfert sich für uns. DARUM bereiten wir uns gerade auf Ostern vor. Wir erinnern uns daran, dass Jesus am Kreuz von Karfreitag seine eigenen Worte gelebt hat – bis zum Ende.

Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für die Freunde hingibt. Jesus ist das endgültige Opfer für all unsere Schuld, für alles, was wir verbocken. Wie Aslan sich auf den Altar schleppt, so hat Jesus alles mit ans Kreuz getragen, was uns unfrei und kaputt macht.

> Wir dürfen dieses Opfer dankbar annehmen – wenn wir es wollen.

> Wir dürfen Gott unsere Schuld nennen – und darauf vertrauen, dass seine Liebe größer ist, als unsere Schuld.  Er ist bereit zu vergeben. Jesus opfert sich für dich und mich – aus einer Liebe heraus, die größer und tiefer ist als alles, was wir messen können. Eine Liebe, die zu messen ist an seinen ausgestreckten Armen am Kreuz.

Im Film denkt die Königin beim Tod von Aslan, sie habe nun endgültig gewonnen und auch die Liebe besiegt. Aber sie irrt sich, denn die Geschichte geht noch weiter, und zwar genauso, wie auch die Geschichte von Jesus nach der Kreuzigung noch weitergegangen ist.

Im Trailer sehen wir: Es geht weiter mit der Auferstehung: Aslan sagt mit Hinweis auf die Altarbeschriftung: „Wenn die Hexe verstehen würde, was es bedeutet, ein Opfer zu bringen, dann hätte sie den tiefen Zauber vielleicht richtig verstanden. Denn wenn ein freiwilliges Opfer, das keinen Verrat begangen hat, anstelle eines Verräters stirbt, dann wird der steinerne Tisch zerbrechen, und vielleicht wird dadurch sogar der Tod selbst besiegt.“  Es gibt viele Helden in der Weltgeschichte, die ihr Leben für andere gegeben haben.

Aber es gibt nur einen, der nach seinem Tod wieder zum Leben erweckt hat – und der damit nicht nur die Schuld der anderen auf sich genommen hat, sondern auch den Tod besiegt hat.
Das ist Jesus. Lasst uns davon singen.  (Amen)

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