Predigt C.m.C. 15.03.14

von / Dienstag, 18 März 2014 / Veröffentlicht inPredigt


                                            

                                            

                                            

                                            

                                            

                                            

 

Die Sehnsucht Gottes nach dir!

Es gibt eine Geschichte in der Bibel, die große Ähnlichkeit mit Sebastians Geschichte in dem Theaterstück vorhin hat. Ich werde den Bibeltext kurz mit eigenen Worten zusammenfassen (er steht in Lukas 15):

 

Es geht um eine Vater der zwei Söhne hat. Beide liebt er über alles. Eines Tages kommt der jüngere Sohn zu dem Vater und verlangt seinen Anteil des Erbes. Stellt euch das mal vor! Das Erbe bekommt man ja eigentlich erst nach dem Tod der entsprechenden Person. Der Sohn erklärt seinen Vater also quasi für tot. Aber – na gut….

Der Vater hat seinem Sohn gegeben, worum er gebeten hatte. Und schweren Herzens lässt er ihn dann ein paar Tage später gehen. Aber der Vater ist ziemlich traurig und versteht auch irgendwie gar nicht, warum der Sohn gehen will. Er hat Zuhause doch immer alles gehabt was er brauchte. Und die beiden waren super miteinander klar gekommen. Aber eben weil er ihn so geliebt hat, hat er ihn dann letzten Endes eben auch ziehen lassen. Jemanden gegen seinen Willen festzuhalten entspricht ja nicht dem Motiv von Liebe. Also bleibt der Vater daheim – der Sohn geht weg. Der Vater ist zwar nicht alleine.- er hat ja noch den älteren Sohn und einige Arbeiter um sich herum, aber trotzdem zerbricht ihm der Verlust dieses einen besonderen Menschen, seines jüngeren Sohnes, buchstäblich das Herz. Nichts kann ihn aufheitern. Er macht sich unglaubliche Sorgen und fragt sich die ganze Zeit: “Wo ist mein Sohn hin? Was macht er gerade? Geht es ihm gut? Hoffentlich ist ihm nichts passiert…“
Der Vater kann an nichts anderes mehr denken als an sein verlorenes Kind. Jeden Tag geht er ans Fenster und schaut den Weg hinunter. Immer in der Hoffnung, am Ende des Weges vielleicht seinen Sohn zu sehen, der zurückkommt. Doch er sieht nichts. Die Zeit vergeht. Doch die Sehnsucht nach seinem Kind lässt den Vater weder los, noch wird sie auch nur ansatzweise gemindert. Der Vater bekommt dann mit, dass eine Hungersnot ausgebrochen war und dass deswegen sehr viele Menschen in schrecklicher Armut leben mussten. Und er hofft nur: „Hoffentlich geht es meinem Kind gut. Hoffentlich geht es ihm gut. Er war doch damals schon immer so verschwenderisch. Der konnte noch nie mit Geld umgehen. Ich darf gar nicht daran denken, was alles sein könnte!“

Der Vater sitzt also Zuhause und weiß nicht wo sein Kind ist!

Es ist ja auch nicht so, dass der Sohn mal angerufen hätte und gesagt hätte, dass es ihm soweit gut geht. Damals gab es ja noch gar keine Telefone. Kein Lebenszeichen. Nichts. Nur das Wissen, dass sein Kind irgendwo da draußen ist. Vielleicht. Vielleicht ja auch nicht einmal das. Vielleicht war ihm schon längst was Schlimmes zugestoßen und er war gar nicht mehr am Leben.

Stellt euch diesen Vater vor! Er vermisst sein Kind! Er vermisst seinen Sohn und wie er vorher sein Leben mit ihm geteilt hat. Wie sie gemeinsam gegessen haben. Wie sie gemeinsam gelacht haben. Er vermisst es, ihn in den Arm zu nehmen. Seine bloße Anwesenheit. Einfach alles.

Und es zerreißt ihn vor Sehnsucht.

Als der Vater eines Tages wieder aus dem Fenster schaut – eigentlich ohne selber wirklich zu glauben, etwas Entscheidendes zu sehen, sieht er am Ende des Weges einen Menschen kommen. Dreckig und abgemagert. Aber der Vater weiß sofort, dass das sein Sohn sein muss und er reißt die Tür auf, stürmt aus dem Haus und rennt auf seinen Sohn zu. Und damals hat es sich für erwachsene Männer nicht gehört zu laufen! Das hat man einfach nicht gemacht, das galt sogar als ,,unwürdig“. Aber das ist dem Vater vollkommen egal.  Sein Sohn war zurückgekehrt! Er läuft auf sein verloren geglaubtes Kind zu so schnell er nur kann! Der Sohn stammelt irgendwas von ‚Entschuldigung‘. Aber der Vater lässt ihn gar nicht ausreden. Sondern nimmt seinen Sohn in die Arme und wirbelt ihn durch die Luft- obwohl Sohn echt dreckig ist und total stinkt. Er freut sich einfach nur riesig! Wie lange der Vater auf diesen Moment gewartet hatte! Seinen Sohn endlich wieder zu sehen und ihn in die Arme zu schließen. Und dann haben sie gemeinsam  gefeiert. Total chic mit den besten Kleidern und dem köstlichsten Essen. Der Vater scheute keine Kosten, um die Heimkehr seines Sohnes gebührend zu feiern.

 

Im Leben des Sohnes ist die ganze Zeit total viel passiert, auch wenn wir da jetzt nicht näher drauf eingegangen sind.  Den hatte es nämlich ganz schön schlimm erwischt mit der Hungersnot! Zuerst Unzufriedenheit, dann Rebellion, Abnabelung, Widerstand, Scheitern, Verzweiflung. Aber dann eben auch Entwicklung, Reue, Aufbruch, Heimweg.

Beim Vater hingegen steht die ganze Zeit nur eines im Vordergrund. Sehnsucht!

Und dass er sein Kind vermisst hat. Und dann: Warten….

 

UND WIR? Ich glaube, so wie bei dem Sohn ist das auch oft bei uns. Unser Leben ist ein ständiges Auf und Ab verbunden mit Schmerz und mit Freude, mit Lachen und Weinen, mit Hoffen und Bangen, mit Angst und Mut, mit Trennungen und Neuanfängen. Das alles kann manchmal echt anstrengend sein, schnell zu viel werden und unter Umständen auch Angst machen. Ich weiß nicht ob ihr das kennt, dass ihr euch verloren fühlt in dem ganzen Chaos, wenn euch alles über den Kopf wächst und das man sich wünscht, sich an etwas festhalten zu können, an etwas, was bleibt. Irgend etwas das bleibt, das Beständigkeit hat.

Etwas auf das man 100 Prozent vertrauen kann, ohne auch nur einen Anflug von Angst haben zu müssen, fallen gelassen zu werden.

 

Ich habe für mich rausgefunden,

– das, was bleibt, worauf du vertrauen kannst, heute und für immer, ist, dass Gott dich liebt.

– das, was bleibt, ist, wie Gott dich anschaut.

– das, was bleibt, ist Gott selbst; Gott jubelt wenn er dich sieht! (Zefanja 3,17)

– das, was bleibt, ist Gottes Sehnsucht nach dir!

 

Und damit sind wir noch einmal beim dem Gleichnis und dem Vater in der Erzählung – und seiner Sehnsucht. Hattest du auch schon einmal so richtig Sehnsucht nach etwas? Vielleicht danach, dass jemand stolz auf dich ist? Sehnsucht nach Trost, nach einem Gefühl oder einem Ort? Sehnsucht danach, einfach mal in den Arm genommen zu werden. Oder Sehnsucht nach einem ganz bestimmten Menschen?

 

Gott hat auch Sehnsucht nach einem ganz bestimmten Menschen – nämlich nach dir!

Gott wünscht sich, und hofft, dass du heim kommst.

Gott erwartet dich, so wie der Vater im Gleichnis auf seinen Sohn – oder seine Tochter wartet.

 

Gott wartet auf dich.

Egal wer du bist, egal wie lange du vielleicht brauchst.

Gott wartet – sehnsüchtig.

Erinnert euch an Militas Schwester in Berlin oder an Robins Eltern im Zoo – da war auch diese Sehnsucht, diese Verzweiflung, diese Sorge um das verlorene Kind. Genau wie bei dem Vater im Gleichnis, der auch nicht wusste, wo sein Kind steckt.

 

Gott ist dieser Vater aus dem Gleichnis. Und vielleicht bist du ja das verlorene Kind?!

 

Gott, der Vater, liebt dich! Gott wünscht sich, dass du bei ihm Zuhause bist. Dass du mit ihm redest, dass du dein Leben mit ihm teilst. Gott will dich beschenken: Mit seiner Liebe, mit seiner Güte. Gottes größter Wunsch ist es, dass du heim kommst. Dass du dich auf den Weg machst ihn kennenzulernen. Vielleicht hörst du heute zum ersten Mal, dass Gott sich als dein Vater sieht, dass er dich kennt. Und vielleicht musst du diesen Gott selber erst einmal kennenlernen. Das kann Zeit brauchen! Dazu könnte der Konfi-Unterricht auch eine echte Chance sein oder auch die C.m.C..Und vielleicht wirst du dich dann irgendwann dafür entscheiden…

 

Und wenn du dich irgendwie schämst, so wie Sebastian aus den Theater-Szenen oder wie der jüngere Sohn aus dem Gleichnis, denen es ja beiden auch nicht leicht gefallen ist, diesen Schritt zu gehen und sich auf den Heimweg zu machen, dann denk nochmal daran was in der Geschichte in Lukas 15 passiert ist: Der Sohn hat sich nämlich genauso gefühlt. Irgendwie nichts wert, klein und schuldig. Weißt du noch was passiert ist? Wie der Vater reagiert hat? Wie er sein Kind begrüßt hat? Der Vater hat sein Kind schon weitem gesehen! Und er ist gerannt. Gelaufen so schnell er konnte. Da waren keine Vorwürfe, der Sohn wurde nicht bestraf für seine Fehler. Was den Vater bewegte war nicht Wut oder Enttäuschung sondern Liebe. Und Freude!

 

Gott freut sich zu beobachten wie du dich auf den Heimweg machst. Zu sehen wie du nicht mehr ‚verloren‘ bist. Das Gegenteil davon ‚verloren zu sein‘ ist ‚gefunden worden zu sein‘. Und Gott hat dich schon gefunden. Gott hat dich sogar gemacht. Wenn du bei Gott bist, dann hast du nichts zu fürchten und nichts mehr zu verlieren.

 

­Jeder wünscht sich doch einen Ort, an dem er angenommen wird, so wie er ist. Einen Ort voller Liebe, einen Ort der Zuflucht bedeutet. Schutz, Stärkung, Vertrauen. Ein  richtiges Zuhause in dem du willkommen bist. Wo du gerne ankommst. Gott will dir genau das schenken! Und wenn du dich darauf einlässt, Gott zu suchen, umzukehren, dich auf den Heimweg zu machen, dann erfüllst du Gott seinen allergrößten Wunsch.

 

Erinnerst du dich an den letzten C.m.C ? Da wurde euch zugesprochen: Du bist ein Wunsch, den Gott sich selbst erfüllt hat. Das haben wir letztes Mal gesagt. Also allein darüber, dass du da bist, freut Gott sich schon. Und wenn du dich jetzt auf den Heimweg machst, erfüllst du Gott vielleicht seinen allergrößten, sehnsüchtigsten Herzenswunsch. Aber vielleicht eigentlich ja auch dir deinen!

OBEN
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