Predigt Oster-WonWay 04.04.15

von / Dienstag, 07 April 2015 / Veröffentlicht inPredigt

Oster- WonWay 04.04.2015

 

Message I (Mt 26, 36-45) Mt 27, 50 (BasisBibel)

Jesus starb. Wirklich und wahrhaftig.

Warum? Was hatte er getan? Offiziell verurteilt war er wegen Volksaufruhr. Dabei hatte er die römischen Besatzer doch gar nicht angegriffen, oder? Er hatte sogar gesagt: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört.“ Also: Zahlt eure Steuern! Ist das ein politischer Aufrührer?  

Klar: Die geistliche Macht-Elite der damaligen Zeit wollte ihn aus dem Weg haben. Was war sein Vergehen? Aber was ist falsch daran, Kranke zu heilen, Außenseitern beizustehen, Menschen auf Gott hin zu weisen? Schon 600 Jahre davor hat der Prophet Jesaja auf den hingewiesen, der kommen wird und um unseretwillen Schmerzen ertragen, sterben wird. Dort am Kreuz starb nicht nur Jesus aus Nazareth. An diesem Kreuz zerschlug Gott auch falsche Vorstellungen über ihn  selbst – und über uns selbst. Ich möchte versuchen, dass kurz zusammen zu fassen:

Es gibt eine Sehnsucht in uns, nach gelingendem Leben. Nach Liebe und Anerkennung. Nach der Gewissheit: Es ist gut, dass ich da bin. Ich bin gut! 

Und dann gibt es die Lebensrealität, die uns oft etwas anderes sagt:
– Du bist nicht gut.

– Du bist nicht genug.

– Du bist nicht gut genug…
oder:
– Du bist nur geliebt, wenn du so und so bist oder dies und das tust.

Das hat Bedeutung für unsere zwischenmenschlichen Beziehungen, aber auch für unsere geistlichen Bedürfnisse. Keiner kann mir erzählen, dass es im Menschen nicht auch geistliche Bedürfnisse gibt:

– Der Wunsch danach, nicht alles alleine schaffen zu müssen.

– Die Sehnsucht danach, dass es da etwas gibt, ‚jemand Größeres‘ gibt, der mich im Blick hat, und der vielleicht sogar aus manchem Unsinn meines Lebens – oder der Welt – etwas Sinnvolles machen kann.

– Die Frage: Ob mein Leben nur Zufallsprodukt ist – oder doch gewollt und mit Sinn behaftet.

Also haben wir durchaus unsere Sehnsüchte und Wünsche und unsere Lebensrealität. Und um das alles Übereinander zu bekommen, bauen wir manche Hilfsbrücken und Konstruktionen. Das gilt übrigens auch für so manche Religion oder spirituelle Übung. Der Straf- bzw. Opfergedanke ist z.B. eine solche Hilfskonstruktion. Zwischen mir und einem anderen Menschen fällt etwas vor; das muss durch ‚ausgleichende Gerechtigkeit‘ wieder behoben werden. Siehe das Sprichwort: „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“  

Oder geistlich: Zwischen mir und dem höheren Wesen sollte am besten alles gut sein, damit es mir gut geht. Und so gibt es religiöse Übungen und Gesetze. Ein ewiges Abstrampeln, um die Leiter zu Gott erklimmen zu können. Motto: So und so viele Gebete ergeben die und die Erhörung. Oder: Ein Opfer, das weh tut, tilgt die und die Sünde. Wir Menschen brauchen so etwas. Und das Gott im Alten Testament den Menschen die Chance gibt, sich durch Sünd-Opfer seiner Vergebungsbereitschaft und Liebe zu versichern hat auch etwas Gutes. Es setzt Menschen wieder frei, lässt sie freier atmen.  

Und doch müssen sich die Menschen immer wieder anstrengen, bemühen, und merken, dass sie hinter ihren eigenen Ansprüchen und denen, die sie Gott zuschreiben, immer wieder zurückbleiben. Das führt nicht zu einem frohen und freien Leben.

Wisst ihr, wann Gott zu Jesus sagt: „DU bist meine geliebter Sohn – an dir habe ich Wohlgefallen?“ (Mt 4, 13-17) Jesus hatte noch nichts geleistet. Keine Toten geheilt, keine großen Reden geschwungen, keine Tausende von Menschen satt gemacht. Er war bisher bloß aufgewachsen, hatte seine Eltern manchmal geärgert, ein Handwerk gelernt, nichts geleistet. Und lässt sich dann von Johannes taufen, der sich zuerst ein wenig ziert. Und dann kommt es: „Das ist mein Sohn, ihn habe ich lieb, an ihm habe ich Freude.“ Zack nichts geleistet und doch geliebt. Dann kam noch der Geist dazu und ab ging´s!  

Darum liebe ich so die Kindertaufe in unserer Kirche (wobei ich die Erwachsenentaufe genauso genial finde …). Aber einem Kind zuzusprechen: GOTT SAGT JA ZU DIR! GOTT LIEBT DICH: Du hast noch nichts geleistet. Du isst und schläfst und schreist und isst und schläfst. Du kurbelst die Windelindustrie an, machst deine Eltern arm, machst die Firma ‚Pampas‘ reich und verschmutzt die Umwelt damit. UND BAM > da hinein: Gott liebt dich!

Das ist mein geliebter Sohn – meine geliebte Tochter! Das ist TAUFE!
Jesus war erwachsen. Er hat es uns zum Vorbild gemacht. Er brauchte kein Wasser, um seine Sünden abwaschen zu lassen. Aber der Wille des Vaters war, dass ALLE es HÖREN SOLLTEN: DAS IST MEIN GELIEBTER SOHN! Und ER und ICH und der HEILIGE GEIST: Wir werden jetzt einiges umkrempeln in dieser Welt!
Und Jesus zog los und machte einiges anders, als andere das erwartet hatten. Und veränderte so manch menschliches Verständnis von Gott.  

WAS HAST DU FÜR EIN VERSTÄNDNIS VON GOTT????
WAS DENKST DU, WENN DU AN GOTT denkst?

 

Glaubst du auch, du kannst es Gott nicht Recht machen? Hast du Angst, ihm nachzufolgen, weil du denkst, du könntest ihn enttäuschen?? JA, du wirst ihn enttäuschen, so wie du andere Menschen enttäuscht – und manchmal auch dich selber! Und? Wird das Gottes Meinung über die ändern? Wird er sagen: Dich liebe ich nicht mehr? Du bist nicht fromm genug? Du gehst nicht oft genug in die Kirche. Du spendest nicht genug für den Jugendpastor J oder dein Auto hat noch keinen Katalysator und zerstört die Umwelt? Wird das seine Liebe zu dir schmälern? Klar freut er sich über einige dieser Dinge nicht gerade. Aber denkst du wirklich, Jesus zieht ‘nen Schmollmund am Kreuz, wenn er an dich denkt, und nimmt die Arme runter, um sie vor der Brust zu verschränken und zu sagen: „Also nee, für so jemanden sterbe ich heute nicht????
NEIN! Gott durchkreuzt am Karfreitag unsere menschlichen Vorstellungen von ihm! Liebe und Gerechtigkeit sind zwei Wesensmerkmale Gottes. Er lässt auch nicht Fünfe Grade sein. Er weiß, dass wir nicht perfekt sind, dass wir Fehler machen. Er weiß, dass zwischen uns und anderen Menschen, zwischen uns und ihm eine Kluft ist. Ein Abgrund, ein ‚Sund‘,  die SÜNDE. Aber er durchkreuzt das. Wir sollen nicht mehr Opfer bringen. Wir sollen uns nicht selber unwürdig und klein fühlen. Er will, dass wir uns geliebt wissen! UND BRINGT SELBER DAS LETZTGÜLTIGE OPFER!!! Gott lässt sich auf seine Liebe zu uns festnageln – in seinem Sohn – am Kreuz. Jesus opfert sich. Ein für alle Mal. Gültig für alle, die das für sich annehmen, nimmt all unsere Schuld auf sich. Wir haben das eben gesungen: heilig, heilig, das Lamm Gottes. Im alten Israel gab es einmal im Jahr Jom Kippur, den großen Versöhnungstag, an dem der Hohepriester stellvertretend die Schuld des ganzen Volkes auf das Haupt des Opfertieres gelegt hat.
Das passiert an Karfreitag  – „Führ mich an das Kreuz – wo die Liebe floss.“ Gerechtigkeit wird bis zum letzten Atemzug durchgezogen. ABER es ist keine lieblose Gerechtigkeit. Keine Gerechtigkeit ohne Gnade – sondern es ist die Gerechtigkeit, die mit Liebe bezahlt wird.  
Vor dem Stuhl eines Richters wird eines Tages dessen Sohn gestellt. Der Sohn hatte eine Straftat begangen. Der Richter muss nun seinen eigenen Sohn verurteilen. Das tut er auch. Doch dann zieht er seine Richterrobe aus, kommt herunter, nimmt sein Portemonnaie und bezahlt die Strafe für seinen Sohn. 
An wen denkst du, wenn du an Gott denkst???
Und welche Konsequenz hat das für dich???
Wir haben euch ein neues Lied mitgebracht, indem die Frage gestellt wird: „Was war der Grund für diesen Gott, ein Mensch zu werden?“ Die Liebe selbst!  

 

MESSAGE 2 – Einladungen

Because of your cross my debt is paid

Because of your blood my sins are washed away

Now all of my life I freely give

Because of your love –

Because of your love – I live!

 

Wer von euch hat jetzt noch Angst vor Gott? Ich hoffe – keiner! Wer von euch hat noch Angst, sich ihm mit seinem ganzen Leben anzuvertrauen? ER HAT BEZAHLT – wir können empfangen. Beim Willow-Creek-Jugendkongress war das etwas, was die Sprecher nicht müde wurden zu wiederholen: Do not try to achieve  but to recieve! Versuche nicht, dir die Liebe zu erarbeiten, sondern sie zu empfangen! Wenn das das Vorzeichen ist, wenn das Kreuz sozusagen als ‚Pluszeichen‘ vor meiner Beziehung mit Gott steht, dann ist meine Annahme dieses Angebotes etwas Befreiendes und nicht etwas Einengendes! 

Ich habe euch von der Taufe Jesu erzählt. Dass er vorher nichts groß geleistet hat, um das Prädikat „Besonders wertvoll“ von Gott verliehen zu bekommen. Und doch sagt Gott: Du bist mein geliebter Sohn. ZUSPRUCH in der TAUFE. Und dann Bestätigung durch den Heiligen Geist. Ich habe euch gesagt, dass ich die Kindertaufe liebe, weil Gottes zuvorkommende Liebe und Gnade darin zum Ausdruck kommt. Aber ich liebe auch die Erwachsenentaufe, auch bei uns die Konfirmation oder Firmung, weil hier ein bewusst denkender und zurück-liebender Mensch die Chance bekommt, Gott auch sein persönliches Ja-Wort zu geben.

 

Liebe wünscht sich, erwidert zu werden. Gott wünscht sich, dass du sein ‚Ja‘ und damit seine Liebe annimmst, selber ‚Ja‘ sagst und seiner Liebe in deinem Leben Raum gibst, und auf sie reagiert.

Gott ist keine RELIGION – GOTT IST PERSON! Er will von dir keine religiösen Übungen, sondern er möchte Beziehung zu dir und mit dir!!! Beziehungen kann man klar beginnen!
In vielen Beziehungen feiern die Paare ihre Jahrestage und Hochzeitstage. Weil sie sich dann an ihr gemeinsames ‚Ja‘ für einander erinnern. In meinem Jahreskalender stehen nicht nur solche Tage mit Anette, sondern auch mein Tauf-Tag. Ich schaffe es zwar leider noch nicht, ihn so zu feiern, wie ich es gerne würde, aber ich erinnere mich immer an ihn. Einigen von euch gratuliere ich zweimal im Jahr. Käthe z.B. und Karsten, denn bei ihnen kenne ich den Tag, an dem sie ins Leben geboren wurden und der Tag, an dem sie in die Ewigkeit geboren wurden. Rene steht seit dem Willow-Kongress jetzt auch in meinem Kalender, und es kann ihm passieren, dass ich ihm am 21.3.2016 zu seinem ersten Geburtstag gratuliere.  

Wisst ihr – so ein irdischer Geburtstag gilt für max. 80 oder 100 Jahre. Ein geistlicher Geburtstag – gilt für die Ewigkeit! Wow… Ich selber habe keinen geistlichen Geburts-Tag, da ich mit Jesus aufwachsen durfte, kann ich keinen konkreten Tag benennen, an dem meine Liebe mich zum ersten Mal umgehauen hat. Aber ich weiß noch, wann ich zum ersten Mal für mich klar gehabt habe: JA – ich gehöre dazu! Ich bin Christ. Ich und meine Leben gehören Jesus Christus. 

Wie sieht das bei dir aus? Wem gehörst du? Nur dir allein?

Oder gehörst du auch schon dem, der für dich am Kreuz gestorben ist ???

Was ist dein Status in deinem ‚geistlichen Lebensprofil‘?
‚Single‘ oder ‚vergeben‘? Oder ‚kompliziert‘?

Oder vielleicht ‚vergeben‘ – aber ein wenig ‚auseinandergelebt‘ ???

Ich werde nach dem nächsten Lied drei Einladungen aussprechen und möchte dir davon jetzt schon erzählen, damit du bei dem Lied in dich hineinhorchen kannst, welche dieser Einladungen vielleicht für dich bestimmt ist:
– Einladung, hinter den Vorhang deiner Zweifel und deines Unglaubens zu schauen
– Einladung zu einer Tauferinnerung und Bestätigung
– Einladung zur Lebensübergabe                                                                 (Maik Sommer)

OBEN
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