Predigt Wonway 17.01.15

von / Samstag, 24 Januar 2015 / Veröffentlicht inPredigt

 

 

 

 

 

 

 

 

JANINA DÜCK

Die Sache mit der Geduld und dem Warten

 

Ich bin nicht besonders gut darin…

ich bin nicht besonders gut darin zu warten.

Stetig standhaft stehenbleibend auszuharren.

Ich bin nicht besonders gut darin zu warten

Geduld zu haben

– nach einer Lösung, Veränderung, Antwort zu fragen

und als Rückstoß nur ein einen Prozess zu bekommen, zu

haben, zu WARTEN.

 

Ich verabscheue es, wenn einfach NICHTS passiert,

wenn der Nutzen durch Warten an Wert verliert,

wenn man mir auf meinen Aktionsgeist ein großes Pausenzeichen kreiert,

wenn mein Geduldsfaden krepiert,

wenn er reißt,

 

Warten halte ich grundsätzlich und eigentlich generell immer

für groben Zeitverschleiß und dennoch und trotzdem

besteht das Leben eben auch aus dem Warten…

denn wenn wir noch einmal zurückspulen und noch einmal ganz beim

Anfang starten,

dann schuf Gott den Menschen in einem paradiesischen, einem zauberhaften Garten

und erst als sich Adam und Eva durch diese ganze Fruchtgeschichte mit der Schlange verraten haben,

 

wurden sie auf die zeitbegrenzte Welt geschickt und seitdem laufen wir alle

in Stunden-Minuten-Sekunden-Rastern mit

und wir leben in Prozessen,

die uns manchmal in dem durchgehend und immer wieder weitergehen

zeitlich begrenzen und beschränken.

 

Der Mensch- der Mensch ist eben auch ein wartendes Wesen.

Das Leben- das Leben ist eben auch ein prozessbehaftetes Streben

und deswegen muss ich das lernen…

Geduld zu haben,

nicht auf jede Frage immer sofort schon eine Lösung zu haben,

manchmal Probleme, Wünsche, Träume und Hoffnungen über einen längeren Zeitraum

mit mir mitzutragen

und wenn ich eins garantieren kann, dann:

Ich mag das nicht, dieses Warten.

 

Aber wenn es eine Frucht war oder zumindest der Auslöser eine Frucht war,

der Adam und Eva aus dem Paradies vertrieb

und in die wartende Welt hinabließ,

so ist es auch eine Frucht,

die mir in dem Üben vom Warten eine Hilfe gibt.

 

Es ist die Frucht der Geduld,

die Frucht des Heiligen Geistes.

Denn wenn mein eigener Geduldsfaden reißt,

ist Gott immer noch derjenige, der ein festeres

Material für meinen Geduldsfaden weiß.

 

Stück für Stück verwandelt er mein Denken,

wenn ich anfange mich auf ihn, auf seine Richtung zu lenken;

wenn ich anfange ihn in meine Prozesse mit hineinzunehmen,

es zulasse, ein bisschen Göttlichkeit hineinzugeben.

 

Ich gebe es ganz offen zu:

Den Heiligen Geist lade ich nicht immer ein,

Teil des Warteprozesses zu sein.

Aber wenn ich es dann doch tue,

dann ist mir schon aufgefallen:

Warten, Geduld haben… das kann dann so viel einfacher sein.

 

Das klingt jetzt so leicht.

Es ist immer noch nicht so, dass mir das schlichte Warten reicht,

noch immer ertappe ich mich in der Ruhelosigkeit.

Aber ich weiß: Früchte brauchen zum Wachsen eben so ihre Zeit

und Geduld?

Geduld wächst in mir bis in Ewigkeit!

 

 

Erweise Dich als Schale!

„Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet, bis sie gefüllt ist. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter.

Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen, und  habe nicht den Wunsch, freigiebiger zu sein als Gott. Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See. Die Schale schämt sich nicht, nicht überströmender zu sein als die Quelle.

Du tue das Gleiche! Zuerst anfüllen und dann ausgießen. Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen. Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst.  Wenn du nämlich mit dir selber schlecht umgehst, wem bist du dann gut? Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle; wenn nicht, schone dich.“

Bernhard von Clairvaux 1090-1153

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