Predigt WonWay 19.07.2014

von / Montag, 21 Juli 2014 / Veröffentlicht inPredigt

 

 

 

 

 

 

 

 

DER HEILIGE GEIST – DIE „DRITTE DIMENSION GOTTES“

(Teil III der Trinitätsserie WonWay 19.7.2014)

 

Momentan lebe ich mit meiner Familie zuhause auf einer Baustelle. FlipChart (zeichnen):

Bisher hatten wir eine Art Doppelzimmer mit Küche & Wohn- / Essbereich. Dann haben wir die Zwischenwand rausgerissen und dahinter angebaut, dann noch die den Raum bisher begrenzende Rückwand herausgerissen und haben nun einen völlig neuen, großen Raum.

Im alten Teil steht noch immer die Küche, teilweise nutzbar, und der Esstisch mit den Stühlen. Der neue Bereich hat bisher erst nur einen Estrich-Boden und nackte Wände. Diesen neuen Bereich müssen wir uns noch erobern. Aber damit wollen wir warten, bis wir ihn richtig sehen, um uns dann zu entscheiden, wie wir ihn gestalten wollen – und um dann das Ganze wahrzunehmen.

Ich habe den Eindruck, dass es vielen Christen ähnlich mit Gott geht. Wir reden über Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. (FlipChart anzeichnen: Dreieck der Trinität.)

Der drei-einige Gott, d.h. drei gleich eins (3 = 1) … Gottes ganz eigene Mathematik für uns:

Drei Personen, die doch EIN Wesen sind. Voneinander unterschieden, und doch ungetrennt eins.

Über den Vater und den Sohn hatten wir schon zwei WonWay´s. Gott, der Vater als der Schöpfer … das ist vielleicht nicht immer ganz leicht zu verstehen; aber es passt in unser menschliches Denken noch ganz gut hinein: Irgendwoher muss diese Welt ja kommen. Welche Vorstellung wir auch immer von den Details der Entstehung persönlich haben mögen. Vorstellen können wir uns das, weil wir selber Dinge produzieren und können uns somit irgendwie vorstellen, dass es auch jemanden gibt, der diese Welt und uns will. Und wenn er seinen Sohn auf die Erde schickt, dann wird er damit ja auch zum Vater. Ebenfalls ein Begriff, den wir verstehen können.

Und Jesus, der war ja nun wirklich hier, als Mensch. Historisch nachgewiesen und vielfach in der Literatur bezeugt. Was es mit ihm auf sich hatte, ist eine persönliche Glaubensentscheidung: dass er der Sohn Gottes ist, dass er gestorben und auferstanden ist, dass er die Erde wieder verlassen hat. Auch das zwar alles nicht gerade leichte Kost, aber eben doch irgendwie noch nachvollziehbar.

Ich vergleiche Gott als den Vater und den Sohn ein wenig mit meinen alten Räumen, von denen ich eben gesprochen habe. Die sind bekannt, einige von euch waren schon da. Die Räume waren eingerichtet und genutzt. Mit Gott dem Vater und dem Sohn haben sich die meisten von uns auch schon ganz gut eingerichtet. Aber Gott ist mehr. Im Glaubensbekenntnis bekennen wir es: Wir glauben an Gott, den Vater, den Sohn UND den Heiligen Geist. Die schlauen ersten Christen haben einen „(3=1)-Gott“, einen drei-einigen Gott erkannt. Ein Wesen – Drei Personen. Etwa so wie es Wasser in drei verschiedenen Zuständen gibt:
– fest: also gefroren als Eis oder Schnee.

– flüssig: zum Trinken, Waschen, Baden usw.

– gasförmig: wenn es erhitzt wird.

Drei Zustände, äußerlich sehr unterschiedlich. Und doch ein Ursprung. So sagen wir Christen:

– Gott ist der Vater

– Gott ist der Sohn und

– Gott ist der Heilige Geist.

Oder um noch einmal mit den Dimensionen eines Raumes zu sprechen: Wenn ich nur auf den Vater und den Sohn schaue, dann ist das, als hätte ich nur Länge und Breite. Ich  bliebe also in der Zweidimensionalität, flach, flächig …
Der Heilige Geist ist wie die ‚Dritte Dimension Gottes‘. Für die Erfassung und Wahrnehmung eines Raumes braucht es Länge, Breite und Höhe bzw. Tiefe. Um Gottes GANZES WESEN besser zu ergründen, sollten wir auch den Heiligen Geist ernsthaft betrachten.

Ich selber merke: dieser Teil Gottes ist mir eigentlich der unbekannteste. Wie mein frisch gemauerter neuer Raum, den ich mir erst erschließen muss, können wir auch Gott besser kennenlernen, diesen Teil seines Wesens noch besser kennenlernen. Und dies wollen wir heute mit einander ganz zaghaft beginnen – und bis zum Jahresende dann weiter vertiefen.

Bei meiner Suche im Internet fand ich einen schönen Clip von unserer katholischen Geschwisterkirche (die in ihrer Gottesdienstliturgie übrigens auch sehr oft den Heiligen Geist anrufen, wie mir aufgefallen ist).

VIDEO-CLIP: Der Heilige Geist > Link: http://www.youtube.com/watch?v=zdUYOe7p864

Message des Clips:
– sehen kann man ihn nicht, aber spüren

– wo immer etwas in Bewegung ist, wirkt der Heilige Geist… (z.B. ‚heizte‘ den Jüngern ‚ein‘)

– der Heilige Geist  ‚be-geist-ert‘

– er ist die Kraft der Veränderung, die von Gott ausgeht

– er ist aber mehr als nur Kraft: der ist auch Gott selber in eigener Person. Deshalb:
– zum Heiligen Geist kann man auch beten

– der Heilige Geist verändert uns, erneuert uns innerlich, gibt uns die Kraft zu werden, was wir als Kinder Gottes sein wollen (der Clip zählt „Früchte des Heiligen Geistes“ auf).

Pfingsten 2012 haben Christian Höhne und ich uns Gedanken zum Heiligen Geist gemacht. Hier noch einmal die Quintessenz daraus:

Zuerst haben wir über das Problem gesprochen, dass Gott für uns ja unsichtbar ist! Aber auch, dass er nicht Verborgenen bleiben will, sondern dass er sich den Menschen immer wieder zeigt. Darüber haben wir ja schon einiges gehört.  Er zeigt sich als der Schöpfer in der Schöpfung, und er hat sich uns in Jesus gezeigt.
JESUS IST WIE EIN SPIEGEL, DURCH DEN WIR AUF GOTT SCHAUEN  KÖNNEN !

Jesus hat seine damals Jünger darauf vorbereitet, dass er nur noch eine kurze Zeit bei ihnen bleiben kann: Er sagt im Neuen Testament, Johannes 16,7

„Ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.“

Den Tröster, wie der Heilige Geist auch oft genannt wird, verheißt uns Jesus. Und davon erzählt das Pfingstwunder. Die JÜNGER wollten Jesus nicht gehen lassen, denn er war ihr Vorbild, ihr Freund! Hey Leute, der war GOTT BEI IHNEN – der Immanuel!!!
Aber Jesus sagt: Ich kann in meiner irdischen Gestalt nur hier bei euch sein; nur an einem Ort; nur für wenige Menschen konkret da! Aber wenn ich zum Vater zurückgehe, dann senden wir euch den Heiligen Geist. Und im Gegensatz zum Alten Testament, wo der Heilige Geist nur für einige wenige Auserwählte da ist ändert sich das durch das Neue Testament mit Pfingsten:

 

DER HEILIGE GEIST, GOTT SELBST, IST NUN FÜR ALLE MENSCHEN ZUGÄNGLICH.

Gott kann im Heiligen Geist an allen Orten der Welt gleichzeitig bei den Menschen sein, mit uns reden, uns begleiten, trösten, ermahnen und vieles mehr.

 

DAS ist das Wunder und die Freude von Pfingsten – UND DIES GILT FÜR UNS HEUTE NOCH genauso, wie damals den überraschten Jüngern!

Das Wirken des Heiligen Geistes ist heute vielfältig – und wird auch in der Bibel auf verschiedene Art und Weise beschrieben und erlebt.
Wir wollen uns heute drei konkrete Auswirkungen oder Wirkweisen des Heiligen Geistes betrachten:

1. Der Geist ist unser TRÖSTER und BEISTAND

2. Der Geist ist unser LEHRER DER WAHRHEIT

3. Der Geist ist unser VERÄNDERER / VERWANDLER

 

1. DER HEILIGE GEIST IST UNSER TRÖSTER UND BEISTAND (Christian):

Maik hat es schon erwähnt. Der Heilige Geist ist unser Tröster. Nicht irgendein Tröster, sondern UNSER Tröster. Dein persönlicher Tröster. Maik sagte: Gott kann im Heiligen Geist an allen Orten der Welt gleichzeitig bei den Menschen sein, mit uns reden, uns begleiten, trösten, ermahnen und vieles mehr. Dabei bleibt Gott aber nicht außerhalb von uns. Nein der Vater, Sohn und der Heilige Geist kommen in uns. Und sie kommen, um bei uns zu wohnen. Ja sie richten sich bei uns ein. Jesus sagt im NT, Johannes 14,23:

„Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“

Sprengt das nicht alle unsere Vorstellungen? Der Gott, von dem König Salomo sang: Die Himmel  können ihn nicht fassen. Der Gott der allgegenwärtig ist. Er kommt nun und nimmt Wohnung in uns. In jedem Christen. In Dir! Wir können ihn wissenschaftlich nicht durch Hochtechnologie sichtbar machen. Aber Jesus verspricht: in Deiner Brust schlägt nicht nur Dein Herz, sondern dort wohnt Gott höchstpersönlich!  Als Christ kannst du folgendes machen: Nimm Deinen Finger und zeige auf Dich. Oder, wenn dir das lieber ist, nimm Deine Faust und schlage Dir auf Deine Brust und sage zugleich: „In mir wohnt der Heilige Geist. In mir wohnt Gott.“ Mach das mal. Das tut gut! Wir vergessen das immer wieder viel zu schnell. Deshalb müssen wir uns das immer wieder verdeutlichen. Es ist die Realität: Gott wohnt in uns Christen. Gottes Macht die Jesus von den Toten auferweckt hat, wohnt in uns. Mach das mit dem Finger bzw. der Faust ruhig während des Tages immer wieder mal. Sag Dir: Der Heilige Gott wohnt in mir. Es tut gut die Wahrheit auszusprechen. Wende dich an Deinen Freund, Deine Freundin, Deine Eltern oder Kinder und sprich zu ihnen: „Hey, auch in Dir wohnt Gott!“ Oder mach Dir innerhalb der Familie bewusst: Gott wohnt in meinen gläubigen Kindern, in meiner Mutter, meinem Vater, usw..
Sieh die Welt wie sie wirklich ist! Gott er ‚haust‘ da. Er ist Unser. Er ist unser Tröster. Wörtlich steht im Urtext: Er ist unser Beistand. Also der Tröster, der uns beisteht in allen Lebenslagen. So wie Jesus den Jüngern drei Jahre zur Seite stand, so steht uns der Geist auch heute zur Seite. Er ist ‚Jesus in uns‘ > „Jesus in my house“.

 

2. DER HEILIGE GEIST IST UNSER LEHRER; LEHRER DER WAHRHEIT (Maik)

Ja / Nein / Richtig / Falsch… Es ist manchmal gar nicht so leicht im Leben zu entscheiden. Zwischen ‚schwarz‘ und ‚weiß‘ gibt es doch so viele Grautöne. Auch wir Christen wissen nicht immer bei allen Themen, was wahr und was unwahr ist, was richtig oder falsch. Ich möchte euch zwei Bibelstellen vorlesen, in denen Jesus den Heiligen Geist als einen Lehrer vorstellt und als den Geist der Wahrheit: NT Johannes 14,26:

„Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“

An diesem Satz begeistert mich zum einen, dass hier die Trinität, die Dreieinigkeit Gottes, etwas erläutert wird: Der Vater und der Sohn senden gemeinsam den Heiligen Geist, der wiederum nichts anderes tut, als zu lehren und daran zu erinnern, was Jesus gesagt hat, der wiederum die Worte seines Vaters weitergegeben hat. Das ist wie ein dreifaches Zeugnis, drei, die gegenseitig unterstreichen und bestätigen, was der andere gesagt hat.

Wir haben heute Jesus leider nicht mehr als Lehrer live bei uns. Wir haben aber seine Worte, die uns in der Bibel überliefert wurden und Menschen, die uns diese Worte weitersagen. Aber wir haben auch das Versprechen von Jesus, dass der Heilige Geist diese überlieferten Worte dann in uns auch ‚aufschließen‘ und zum Leben erwecken wird.

 

Wenn Juden, zu denen Jesus damals ja vor allem gesprochen hat, sich heute bei ihren Festen an etwas ERINNERN, so wie der Heilige Geist uns an die Worte Jesu erinnert, dann hat dieses Erinnern etwas von Vergegenwärtigung. Wenn Juden sich bei ihren Festen an Vergangenes erinnern, dann wird dies für sie in der Gegenwart REAL. Was heißt das für uns? Wenn der Heilige Geist uns heute an Jesu Worte erinnert, dann werden diese Worte REAL für uns in unserem HIER UND JETZT: HEUTE! DAS bewirkt der Heilige Geist in uns, in mir und Dir, dass das Leben und Sterben Jesu eben keine Story aus dem Geschichtsbuch ist, sondern gegenwärtiges Heilshandeln für uns, für mich, für jeden einzelnen: HEUTE! Der Heilige Geist ist unser Lehrer für die Dinge, die wirklich wichtig sind. Er rührt unser Herz an für Anliegen mit Ewigkeitswert! Er zeigt uns, wo Not und Leid und Ungerechtigkeit ist. Etwas später sagt Jesus zu seinen Freunden in seiner Abschiedsrede NT Johannes 15,26

„Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir.“

Jesus nennt den Heiligen Geist auch den Geist der Wahrheit.

 

3. DER GEIST IST UNSER VERÄNDERER / VERWANDLER (Christian)

Der Geist unser Tröster, unser Lehrer und unser Veränderer. Der Geist wohnt in uns. Und er schenkt uns Gaben. Ein letztes Geschenk will ich noch nennen. Im NT, Galaterbrief, schreibt Paulus:

„Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit, Selbstbeherrschung.“

Wow – eine ganz schön lang die Palette an Charaktereigenschaften. Und nun steht da, dass Gott uns diese alle schenkt. Er schenkt sie uns nicht einfach mit einem Fingerschnipsen – schwups ist alles. Schön wär‘s. Aber er hat sich anders entschieden. Er nimmt sich Zeit dafür. Er lässt diese Eigenschaften wachsen, reifen wie Obst. Es ist nicht unsere Anstrengung, die diese Charaktereigenschaften erzeugt. Es ist Gottes Geist. Ja, die Frucht des Geistes. Das Ergebnis, dass der Geist in Ihnen wohnt. Denn wo Gott ist, da ist Liebe, denn er ist die Liebe. Denn wo Gott ist, da ist Freude, denn er ist die Freude. Denn wo Gott ist da ist Frieden, denn er ist der Frieden, usw. Und diese Charaktereigenschaften schenkt er den Menschen für den Alltag, für ihre Umgebung. Wieder um Menschen zu lieben. Wieder um Menschen zu helfen. Wieder um verlorene Menschen zu Gott zu führen. Auch den Früchten des Heiligen Geistes werden wir uns dann nach den Ferien noch genauer befassen.

 

ZUSAMMENFASSUNG (Maik):

Mit dem Kennenlernen des Heiligen Geistes gilt es vielleicht, einen neuen Raum zu erschließen, wie ich das momentan mit meiner Familie tue, um so dann die ‚Dritte Dimension Gottes‘ besser kennen zu lernen. Dazu wollen wir euch Mut machen mit dieser Predigt und den nächsten Predigten. Auch im Gesang, in den Liedern, in der Bibellese, im Gebet können wir diese Schritte hin zu Gott gehen und ihn bitten: Zeige dich mir bitte, in deiner ganzen Vielfalt.

Wenn Gott diese Frucht wachsen lässt, was bleibt uns dann noch zu tun? Wir können zwei Dinge tun. Beide haben mit Gebet zu tun. Entweder Gott danke sagen, dass er in uns wohnt, dass er in uns die in der Bibel angesprochenen wertvollen Charaktereigenschaften wachsen lässt. Oder ihn zu bitten, die Charaktereigenschaften in Dir deutlicher zum Vorschein kommen zu lassen und schneller zum Wachsen zu bringen. Und mit diesen beiden Möglichkeiten entlasse ich uns nun in der Gegenwart Gottes. Wir haben die Möglichkeit, ihm zu danken oder ihn zu bitten, dass er die Frucht in uns wachsen lässt. Jeder von uns hat jetzt ein wenig Zeit, still vor Gott zukommen und beten. Amen

OBEN
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