„Sehnsucht nach Heimat – Sehnsucht nach Elternschaft“ – Wonway am 16.04.16

von / Sonntag, 24 April 2016 / Veröffentlicht inPredigt

„Sehnsucht nach Heimat – Sehnsucht nach Elternschaft“

(nach Johannes Hartl. „Mehr 2016“   (Links dazu u. zur Person J.Hartl am Textende))
WonWay 16.04.2016

 

Songtextauszug: „Ich hab noch nie eine Liebe wie die Deine gefunden…“ – eine Aussage, die Sehnsucht weckt. Sehnsucht nach dieser Liebe. Sie spiegelt das Grundanliegen wieder, von dem Johannes Hartl auf der „MEHR 2016“-Konferenz gepredigt hat. Es geht dabei um

> Die Sehnsucht nach … Heimat.

> Die Sehnsucht nach wahrer Vaterschaft und Mutterschaft  und wahrer Kindschaft …

> Die Sehnsucht nach innerem Angekommen sein und Angenommen sein…

Ich muss gestehen, dass Johannes Hartl einen recht gewagten Einstieg in das Thema nimmt, aber dann zu einer interessanten These gelangt. Den ganzen Vortrag können wir heute Abend nicht wiedergeben. Dafür kann man sich ihn aber auf youtube ansehen.

Ich möchte ein paar seiner Leitlinien nachzeichnen, ihn dann selber in zwei Ausschnitten per Video zu Wort kommen lassen und dann noch eine Zuspitzung hier für uns vor Ort vornehmen. Es ist also eine Art Mix-Predigt von ihm und mir.

Er beginnt damit, dass er wahrnimmt, dass wir momentan besonders stark ein Kontinent der Zerrissenheit sind: in der Flüchtlingsfrage, Ehe- und Familienfragen, Ängsten vor dem Islam und Fragen der geschlechtlichen Identität (‚Gender-Frage‘). Und: Werden wir immer linker oder immer rechter?

Und dahin fragt er: Um was geht es eigentlich? Was ist das Anliegen der unterschiedlichen Seiten? Er sagt: während die Einen eine stärkere Betonung auf bedingungslose Annahme legen (Zeichnen FlipChart: Herz), wünschen sich andere klarere Standards und Werte. (Zeichnen FlipChart: Kompass). Beides ist richtig, solange man nicht in ein Extrem geht.

Die Gefahr einer übertriebenen Annahme kann zu Beliebigkeit und Gleichgültigkeit führen, die extreme Überhöhung von Werten zu Härte und Pessimismus.

Wo liegt die gesunde Mitte zwischen der Sehnsucht nach bedingungsloser Annahme und der Sehnsucht nach Ordnung, einem verlässlichen Rahmen? Wir brauchen doch beides! (FlipChart zeichnen: Plus-Zeichen). Johannes Hartl sagt, er hat sich die Themen angeschaut. (Flüchtlinge, Gender, Ehe, Familie, Pegida, …). Und dann plötzlich sah er es überall, in alle diesen Themen: Die Sehnsucht nach Heimat, einem Zuhause – und die Angst, das zu verlieren. Darum, so meint er, hat der Edeka-Werbe-Clip („#Heimkommen“) letztes Jahr zu Weihnachten die Menschen so betroffen gemacht, weil er eine Sehnsucht wahrnimmt, nach Hause zu kommen. Er sagt: Alle Menschen tragen diese Frage in ihrem Herzen: Gibt es ein Zuhause? Gibt es einen Vater (eine Mutter)? (Link z. EdekaClip>Text-Ende!)

FlipChart schreiben: VATER / HEIMAT)

Dabei ist ihm wichtig, dass unser Leben mehr ist als nur eine biologische Abstammung. Das Zusammenkommen der Gene eines Vaters und einer Mutter erklärt einen nüchternen biologischen Vorgang. So wie auch die Urknall-Theorie sagt: Das hat sich einfach so ereignet. Das wollte keiner! Es ist vielleicht eine bio-chemische Erklärung, wo die Welt herkommt aber, so Hartl, sie erklärt gar nichts. Sie beantwortet nicht die Frage, ob DAS JEMAND WOLLTE!! Wollte Jemand diese Welt?  Ist da ein Sinn dahinter? GIBT ES EINEN VATER, eine MUTTER? Nicht nur als biologische Erzeuger, sondern Eltern, die wollten, dass ich entstehe?
Bist du einfach so ‚passiert‘? Oder ist es gewollt, dass du da bist? Und für Johannes Hartl geht diese Frage über die leiblichen Eltern hinaus. Es ist vielmehr die Frage nach jemand Höheren, die Frage nach Gott. Der Frage nach Sehnsucht, nach Angenommen-sein und Heimat geht er dann sehr spannend in einer Beschäftigung mit dem Gottesbild im Islam nach.

Ich möchte euch kurz daran erinnern, dass Abraham über Isaak der Stammvater Israels ist, und damit der Juden und letztendlich auch von uns. Aber auch, dass sein erstgeborener Sohn, Ismael, der Stammvater der Muslime ist.
> Hartl-Video-Ausschnitt Minute 25:10 bis Minute 32:38

In dieser Sequenz benennt J.Hartl eine Schlüsselerkenntnis für unser aller Leben:

Kinder, ja, das Leben überhaupt, sind ein Geschenk Gottes. Das Leben hat einen WERT: Wir sind mehr als nur Biologie. Wir sind Kinder eines himmlischen Vaters!!

Du bist nicht nur ein Kind deiner Eltern, sondern kannst durch die Adoption auch ein Kind des himmlischen Vaters sein. Ich möchte Johannes Hartl noch einmal kurz zu Wort kommen lassen

> Hartl-Video-Ausschnitt Minute 37:15 bis Minute 38:50

Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jede Vaterschaft in dem Himmeln und auf der Erde kommt. Hier ist die Kernbotschaft von Johannes Hartl:
Alle Elternschaft, alles was Vater und Mutter ist – kommt von DEM EINEN VATER

> Bei Gott allein, bei unserem himmlischen Vater allein, ist die Verbindung von bedingungsloser Annahme und klarer Ordnung.

> Bei Gott finden wir das Vorbild echter Liebe, die sich hingibt.

J.Hartl sieht hinter den aktuellen Krisen in unserer Gesellschaft eine allem zugrunde liegende Sehnsucht der Menschen: Die Sehnsucht nach bedingungsloser Annahme und nach klarer Ordnung! Er zeigt uns, dass wir diese bei Gott finden. Und zwar nicht bei einem abstrakten, fernen, distanzierten Gott, sondern bei dem nahen Gott. Bei dem, der sich in Liebe hingibt für uns. Jesus offenbart den Vater, indem er Sohn ist! Es geht letzten Endes um ein ‚Nachhause kommen‘ zum Vater. Ich finde, das ist ein sehr interessanter Ansatz auf die Probleme in unserer Welt zu schauen: Tiefer zu schauen, woher unsere Ängste und unsere Härte kommen. Die Frage nach der Sehnsucht zu stellen, die Gedanken und Taten hervorbringt. Hartl sieht Menschen, die ohne eine enge Verbindung zu unserem Schöpfe-Gott leben – wie Waisenkinder, die nach Zuwendung und Zugehörigkeit suchend durchs Leben gehen. Der Sohn lädt uns ein zum Vater:

Wir bekommen Gotteskindschaft. Wir werden adoptiert: zur Gottesfamilie hinzugefügt. Wir bekommen eine neue, zusätzliche Familie: Gott, der uns Vater/Mutter wird. Andere Christen, die unsere neuen Geschwister werden.

> Was machst du für dich aus diesen Gedanken?

> Kennst du diesen himmlischen Vater?

> Hast du die Erfüllung deiner tiefsten Sehnsüchte bei ihm schon gespürt?

Ich erinnere noch einmal an die Bibelstelle, die Johannes Hartl zitiert aus Römer 8 und lese die Verse im Kontext (Folie):

Rö 8, 14 Alle, die sich vom Geist Gottes regieren lassen, sind Kinder Gottes.

15 Denn der Geist Gottes, den ihr empfangen habt, führt euch nicht in eine neue Sklaverei, in der ihr wieder Angst haben müsstet. Er macht euch vielmehr zu Gottes Kindern. Jetzt können wir zu Gott kommen und zu ihm sagen: „Vater, lieber Vater!“

16 Gottes Geist selbst gibt uns die innere Gewissheit, dass wir Gottes Kinder sind.

17 Als seine Kinder aber sind wir – gemeinsam mit Christus – auch seine Erben.

 

Es ist so wichtig zu wissen, wohin ich gehöre. Was und wo meine Heimat und mein Zuhause ist. Das hat Auswirkungen auf mein Leben – aber auch auf unsere Gesellschaft. Gerade dann, wenn wir Heimatlos sind. Das Angebot der Gotteskindschaft bringt keine Sklaverei, keine Angst. Sie führt in eine innige Liebesbeziehung, die Heimat gibt.

Eine Beziehung, die unsere Sehnsucht nach bedingungsloser Annahme und Orientierung in einer guten Weise zusammenführt. (erneuter Verweis auf Bild FlipChart).

> Lebst du in dieser Beziehung?

> Werden deine Sehnsüchte bei Gott gestillt?
> Oder suchst du noch woanders?
Und eine wichtige, weiterführende Frage (wenn du das mit JA beantwortet hast):

„Hast du auch eine Sehnsucht, dass die anderen Waisenkinder heim kommen?“

Das könnte deine und unsere Welt verändern. Amen.

 

LINKS:

)> Johannes Hartl „Mehr 2016“: https://www.youtube.com/watch?v=2B6G40JDQk8)

)> zur Person J.Hartl: https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Hartl

)> Edeka-Clip: https://www.youtube.com/watch?v=V6-0kYhqoRo

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