Sohn und Vater zugleich – WonWay am 16.04.16

von / Sonntag, 24 April 2016 / Veröffentlicht inAllgemein, youcom Veranstaltung

Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (NT, Mt, 18,20). Nach dem ersten Lied der Lobpreisband leitet Maik den Wonway mit einem gemeinsamen Gebet ein. Überall wo Menschen auf Gottes Ruf hören und sich in seinem Namen treffen, dient auch Gott den Menschen und erkennt die Bedürfnisse eines jeden, hieß es darin. Auch dieser Wonway beginnt mit der Gewissheit, dass Gott mitten unter uns ist.

Nach 2 weiteren Liedern der starken Band sehen wir uns gemeinsam den berühmten Edeka-Werbe-Clip von Weihnachten 2015 an.

Link Edeka-Clip: https://www.youtube.com/watch?v=V6-0kYhqoRo

Der handelt von einem Großvater, der nach der Absage zahlreicher geplanter Treffen durch seine Kinder zu einer ungewöhnlichen Maßnahme greift: Er schreibt seine eigene Todesanzeige. Seine Kinder zeigen sich nun tief betroffen und verspüren Trauer und Sehnsucht um die verpasste Chance, ihn nochmal gesehen zu haben. Zur ‚Trauerfeier‘ begrüßt sie dann der angeblich Verstorbene: „Wie hätte ich euch denn sonst erreicht?!“. Motto des Clips: „Zeit heimzukommen“

Der WonWay macht genau diese Suche nach Heimat und die damit verbundene Sehnsucht zum Thema. Maik orientiert seine Predigt an einer Rede von Dr. Johannes Hartl.

Link Hartl-Vortrag ‚Mehr 2016‘: https://www.youtube.com/watch?v=2B6G40JDQk8)

Hartl beginnt seine Rede, indem er aktuelle politische Brennpunkte anspricht (Ehe, Gender- Fragen, Flüchtlinge, Islam…). Er stellt die These auf, dass eine Heimat prinzipiell aus zwei Punkten besteht: einer bedingungslosen Annahme und gemeinsamen Standards und Werten zur Orientierung. Den Hass, den Islamisten aktuell gegen die westliche Welt verspüren, führt er auf die Sehnsucht nach Heimat bzw. die Angst vor Heimatverlust zurück. Er setzt seine Rede fort, indem er den Blick von politischen Brennpunkten auf unser eigenes Leben richtet. Wichtig ist ihm das Gleichgewicht der beiden Aspekte. Wenn bei uns der Fokus ganz auf bedingungsloser Annahme liegt, kann dies leicht zu Gleichgültigkeit führen, genau wie ein überstarker Fokus auf Standards und Werte in Härte und Pessimismus umschlagen kann.

Im Idealfall finden wir Heimat bei unseren Eltern, wobei der Freundeskreis sicherlich auch eine entscheidende Rolle spielt. Hart stellt den Vater mit einem Zuhause bzw. mit ‚Heimat‘ gleich. Dabei kann man keineswegs aus Zufall oder als reines Produkt biologischer Abläufe in die Welt gesetzt werden. Viel eher gibt es einen Sinn für die Existenz eines jeden Menschen, der, abhängig von der Lebenssituation, nicht immer leicht zu erkennen ist.

Eltern sind nicht perfekt. Sie können uns nicht alles bieten, nachdem wir uns sehnen. So wie fehlende Annahme kann auch eine fehlende Orientierung in unserer heutigen Welt, die uns oft überfordert, zu Heimatlosigkeit und Angst vor Ablehnung führen.

An diesem Punkt, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass es Gott gibt, der uns bedingungslose Vaterliebe schenkt, indem er uns Sohn bzw. Tochter ‚adoptiert‘. Wenn wir das Leben als Gottes-Geschenk betrachten, haben wir alle den gleichen Wert und müssen uns nicht mehr vor Ablehnung fürchten. Damit wird die größte Sehnsucht des Menschen, (Annahme und Werten / Orientierung) gestillt. Letztendliche Liebe und Elternschaft können wir nur bei Gott erlangen, der für uns kein abstrakte Wesen ist, sondern uns mit Jesus ganz nah kam.  Unsere Ängste, unsere Suche nach Zugehörigkeit und die „Sklaverei“ in uns selbst (Römer 8,15) finden damit ein Ende.

Interessant ist auch, dass Gott, streng genommen, erst dann Vater wird, als er uns mit Jesus seinen Sohn auf die Erde geschickt hat. Jesus ist demnach Sohn (Gottes) und Vater (für die Menschen) zugleich. Genauso haben wir Christen, als Teil der Familie Gottes, auch eine gewisse Verantwortung gegenüber den ‚Waisenkindern‘ um uns herum. Wir werden als Söhne und Töchter aufgenommen, doch sind auch aufgefordert, die selbst erlebte Liebe und das Licht, was wir im Inneren tragen, an unsere vielleicht noch erkalteten Mitmenschen weiterzugeben. Wir sind also nicht nur Söhne und Töchter, sondern durch das Erbe Jesu auf der Erde ebenso Väter (Mütter) und Söhne (Töchter) zugleich.

In der Stationsphase notieren wir unsere Bitten und unseren Dank, konnten aber auch unsere Sehnsüchte bzw. Erlebnisse mit Gott auf einer Tafel zusammentragen.

Der Wonway schließt mit dem Segen und einem zur Thematik passenden Abschlusslied „God’s not dead, he’s surely alive!“.

Auch diesmal bot eine gemeinsame Mahlzeit die Möglichkeit zum Austausch in lockerer Atmosphäre (Dank an die Küche!!). Eine gute Zeit und Gottes Segen. Jens

 

Text: Jens Gaber

Bilder: Lisa Loosen / Alex Dinges

Weitere Bilder in der Galerie.

Die Predigt von Maik findet ihr hier.

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