UND WAS IST DEIN ZUGANGSWEG ?

von / Freitag, 24 Juni 2016 / Veröffentlicht inAllgemein, youcom Veranstaltung

Der WonWay vom 18.06.16 markiert den Anfang einer Predigtreihe, die sich mit den Wegen, die wir gehen um zu Gott zu finden beschäftigt. Der amerikanische Theologe John Ortberg stellt zu dem Thema mehrere Theorien auf, denn jeder von uns hat andere Bedürfnisse und ist in anderen Situationen, als der andere und sucht deshalb auf anderen Wegen nach Gott. Maik sprach in seiner Predigt darüber, dass wir alle auf unseren ganz eigenen Wegen an diesem Tag zum WonWay gefunden haben, genauso wie wir alle unseren ganz eigenen Wegen zu Gott finden können. Dabei ist keiner dieser Wege weniger wert als andere. Letzten Endes kommt es darauf an, dass wir ihn unseren Weg finden und am Ziel ankommen.

Diese Wege zu Gott müssen zu uns passen, denn je nach unserer Lebenslage oder Stimmung suchen wir eine andere Annäherung an Gott. Manchmal suchen wir nach Trost, Antworten auf unsere Fragen oder einen sicheren Ort für unsere Sorgen. Genauso vielfältig wie unsere Erwartungen sind auch die Wege sich Gott zu nähern. Es ist wichtig, dass wir den für uns am besten passenden Weg finden und kennen lernen, denn für manche ist vielleicht Bibellesen um 04:30 morgens die perfekte Art, sich Gott näher zu fühlen, während andere (wie ich auch) um diese Zeit lieber im Bett liegen statt auf Knien liegend zu beten. Was für manche passt, passt zu uns vielleicht nicht. Wenn wir uns so, also ohne etwas Zwanghaftes, auf Gott einlassen, dann merken wir, dass das Leben als Christ richtig Spaß bedeuten kann.

In der beginnenden Predigtreihe werden unterschiedliche Zugangswege gezeigt und erklärt, beginnend mit dem schöpfungsorientierten Weg. Wer sich Gott am besten schöpfungsorientiert nähern kann, erlebt Gott in der Natur, die ihn umgibt und sieht ihn in jedem Geschöpf, mit dem er die Erde bevölkerte. Einen Weg zu Gott finden sie in jedem Grashalm und Tier. Oder in der Erdnuss, wie z.B. George Washington Carver (200 Erfindungen zu Erdnüssen). Und auch wie schöpfungsorientierte Menschen manchmal daran verzweifeln, dass ihre Hände und Augen zu klein sind für das ganze Universum und die Schönheit darin, so finden wir Trost in Gott, wenn er uns statt des ganzen Universums zeigt, was in den kleinen Dingen um uns herum steckt. Das kann uns inspirieren, wir werden selbst zum Künstler. Hierzu sang die Band das Lied „Poiema“ von Marko Michalzik. Für schöpfungsorientierte Menschen ist Gott „der größte Künstler“ und seine Schöpfung ist der Rückzugsort in einer lauten und hektischen Welt.

Ein weiterer Zugangsweg ist der aktionsorientierte, wie wir ihn z.B. in Moses oder Petrus sehen. Diese Menschen sehen das Leid und die Not in der Welt und müssen einfach etwas tun, anpacken. Sie sehen die Probleme der Welt als Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Ein Risiko hierbei ist, zu schnell zu leben und so auf die Nöte der Welt fokussiert zu sein, dass sie die guten und schönen Dinge vergessen und es versäumen, auch mal inne zu halten und die Schönheit der Welt ‚einzuatmen‘. Eine Geschichte über die Möglichkeiten, aktiv zu werden, erzählt uns der Prophet Nehemiah. Er berichtet mit seiner Geschichte vom Leben im Exil am Hofe des persischen Königs Artaxerxes, wo er vom Notstand seiner Heimatstadt Jerusalem hört. Er bringt den König, der ihn selbst aus Jerusalem verschleppt hatte, dazu, ihn zu dabei zu unterstützen, seine zertrümmerte und geplünderte Heimat zu neuer und schöner Größe zu führen – ein gottgegebener Auftrag. Er machte sich ungeachtet der scheinbaren Ausweglosigkeit seiner Mission im Vertrauen zu Gott auf und ist erfolgreich. In Nehemiah haben wir ein Beispiel eines aktionsorientierten Menschen, der Gott in guten Taten erlebt und sich ihm so nahe fühlt, ihn darin findet.

Die dritte Art sich Gott zu nähern ist die anbetungsorientierte Weise, die uns Lucia näher brachte. Diese Menschen gehen in Gebeten und Liedern auf. Denn durch die Verkündung von der Schönheit und Liebe Gottes, fühlen sie sich ihm nahe, von ihm verstanden und können zu ihm finden. Durch Gebete und Lieder fühlen anbetungsorientierte Menschen sich manchmal direkt von Gott berührt und in seiner direkten Gegenwart. So, als sei da irgendwo zwischen den Zeilen ein geheimer Ort, den nur er und sie kennen und an den sie zurückkehren können, wenn sie ihn suchen und an dem er auf sie wartet, egal, wie lange sie ihn manchmal haben warten lassen. Gebete und Lieder sind dann der Weg, Wort, die uns oft unkontrolliert im Kopf rumschwirren, in die Sprache unseres Herzens zu verwandeln und zu ordnen – indem wir uns Gott mitteilen und unsere Wertschätzung für ihn aussprechen und seine Herrlichkeit fühlen können, sollten uns verloren fühlen. Lucia sang uns das Lied „He knows“ vor, das zeigte, dass Gott uns kennt und zwar ganz. Die Ängste, die wir nie aussprechen und die Gedanken, vor denen wir manchmal zurückschrecken. Anbetungsorientierte Menschen können angesichts Gottes für sie so offensichtlicher Liebe nicht schweigen. „He knows. That’s what I want to say“ („Er kennt mich. Das ist es, was ich sagen will.”), sie drücken ihren Glauben aus, es ist ihnen fast unmöglich etwas so Großes und Überwältigendes zurückzuhalten. Und warum sollten sie denn auch?

Letztendlich aber kommt es nicht drauf auf wie und wann wir zu Gott fanden und welche schmalen Trampelpfade oder breiten Autobahnen wir nutzen. Es geht darum, anzukommen und sich auch so zu fühlen. Es geht darum die eigene geistliche Heimat zu finden und in ihr aufgehen zu können, ohne ständig auf dem Sprung oder auf der Suche nach dem ‚richtigen‘ Weg zu sein. Es geht auch darum eigene Stärken zu erkennen und wertzuschätzen, was Gott uns mit auf den Weg gibt.

Nach der Predigt fand dann eine stille Phase statt, die von der Band akustisch begleitet wurde und die Gelegenheit gab, mit Gott allein in Stille zu sein – ohne die Geräusche und Ablenkungen der Außenwelt. Auf einer Leinwand wurden als Angebot Schöpfungsbilder projiziert. An anderen Stationen bestand die Möglichkeit, für unsere Patenkinder zu spenden und unseren Dank an Gott auszusprechen oder auch einfach mal für uns beten zu lassen.

Bericht: Marie-Theres Tapken

Bilder: Nina Günther

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