Zugangswege zu Gott. Predigtreihe WonWay. WonWay 18.06.2016

von / Freitag, 24 Juni 2016 / Veröffentlicht inPredigt

> von Ulmen – von der Mosel – von der Burg

> zu Fuß, mit dem Auto, mit dem Fahrrad, mit dem Zug

> komme ich alleine oder in Begleitung

> zielstrebig oder schlendernd auf einem Spaziergang

Viele Wege führen mit zu dem einen Ziel. Manche entsprechen meinen eigenen Fortbewegungsmustern mehr, andere weniger (neuer Pfad entdeckt).Wir sind unterschiedlich, kommen aus verschiedenen Richtungen und nähern uns unserer Kirche. So unterscheiden wir uns auch, wie wir uns Gott nähern. Wir haben verschiedene geistliche Zugangswege zu Gott. Wir spüren oder erfahren, welcher Zugangsweg unserer Persönlichkeit besonders entspricht. Aber wir haben auch verschiedene Stimmungen und Lebenslagen, in denen wir uns Gott unterschiedlich nähern.

Was ist ein geistlicher Zugangsweg? Ein geistlicher Zugang ist ein Weg, den wir ganz natürlich benutzen, um mit Gott in Kontakt zu treten. Jeder von uns hat seinen bevorzugten geistlichen Zugang zu Gott, den wir normalerweise immer wieder ganz von selbst wählen.

Ebenso normal ist es, dass wir mit einem oder mehreren Zugängen überhaupt nichts anfangen können. Wenn du deinen Zugang kennst, wird es dir noch mehr Spaß machen, mit Gott in Kontakt zu treten.

Mit Freude Gott begegnen! Wer möchte das nicht? Leidenschaftliche Spiritualität erleben! Dazu wollen wir mit dieser Predigtreihe weiterhelfen. Es gibt verschiedene Bücher und Ansätze dazu. Ich habe zwei kombiniert: Neun Wege, Gott zu lieben von Gary Thomas und 6 geistliche Zugangswege von John Ortberg. Dazu wird es immer wieder persönliche Statements von Leuten aus der Gemeinde geben. Hier die aktuelle Liste von 11 Zugangswegen (FOLIE). Es gibt noch mehr, aber auf diese werden wir in den nächsten Monaten unseren Fokus legen. Ein „Test“ zum Herausfinden seines Weges gibt es für interessierte am Ausgang. Darin geht es aber nur um die Hälfte der Wege. Ich hoffe, am Ende eines jeden WonWays eine Übersicht gegen zu können, in dem die Kerngedanken der jeweils vorgestellten Wege enthalten sind.

Ich kann von mir sagen: als ich zum ersten Mal gehört habe, dass es verschiedene Zugangswege zu Gott gibt, weil mir Menschen auch unterschiedlich sind, hat mich eine Welle der Erleichterung überschwemmt. Meine Eltern haben mir ihr Christ-Sein vorgelebt, so wie sie gelebt haben. Bei ihnen ging morgens der Wecker extra früher los, damit sie noch vor dem Aufstehen gemeinsam die Bibel lesen oder wenigstens eine Morgenandacht im Radio hören konnten. Ich habe damals schon lieber abends Bibel gelesen, vor dem Schlafengehen, kam mir aber dabei oft ‚falsch‘ und ‚nicht heilig genug‘ vor. Als ich dann irgendwann Willow Creek und Bill Hybels kennenlernte, dachte ich: Ich werde nie ein guter Christ. Bill Hybels steht gerne morgens 05:00/05:30 auf, geht auf die Knie, führt seine geistliches Tagesbuch, liest die Bibel, betet … Arbeitet dann etwas von Zuhause aus und geht dann GESTÄRKT und froh in die Gemeinde. Aarhhghghgh… Als ich das hörte, dachte ich: „O.k. – ich bin raus. Aus mir wird nie ein fröhlicher, starker Christ.“ Aber dann hörte ich irgendwann von den verschiedenen Zugangswegen. Und das hat mich SOOO erleichtert! Ich habe dann meine Wege gefunden. Ich schätze dennoch ALLE Wege. Und ich bleibe dabei (und das sage ich gleich zu Beginn): Die Zugangswege sind ganz wichtig. Aber Grundlage unseres geistlichen Lebens bleiben die Bibel als ‚Brot und Wasser‘ und das Gebet als ‚Luft zum Atmen‘. Und dann kommen die genialen Zugangswege und schenken uns ‚Obst, Gemüse, Käse und Fleisch‘ dazu – also: guten Appetit!

Heute geht es um die ersten drei Wege der Liste. Hinführend zum schöpfungsorientierten Zugang singen wir das Lied: Poiema, MEISTERSTÜCK, „Meisterhaft, ohne jeden Vergleich. Exzellent bis ins kleinste Detail. Wunderbar nur ein Wort und alles was. Steh ich auf Klippen am Rande des Meeres, von Schönheit ergriffen als ob sie ‚ne Welle wär. Und es klingt so verrückt: Ich kenne Künstler die ich sehr bewunder, doch auf keinem ihrer Bilder geht die Sonne bunter unter…“ Ich bin mir sicher, dass der Textes dieses Liedes einen schöpfungsorientierten Zugangsweg zu Gott hat. Ihr kennt übrigens den Sänger. Er war mit Janina zusammen beim Christival auf der Bühne: Marco Michalzik SONG POIEMA

Der Schöpfungsorientierte Zugang

Wenn du diesen Zugangsweg hast, dann fühlst du dich Gott in der Natur näher. Es tut dir gut und füllt deinen inneren Tank wieder auf, wenn du dich im Freien aufhältst. Es bewegt Dein Herz, öffnet Deine Seele und stärkt deinen Glauben. Du stimmst überein mit den Worten von Vincent van Gogh: „Die gesamt Natur scheint zu sprechen. Was mich angeht, kann ich nicht verstehen, warum dies nicht jeder sieht oder empfindet.“

Der schottische Naturwissenschaftler John Muir sagte, dass die Natur für ihn das „Manuskript Gottes“ ist. Hört einmal wie das klingt, wenn jemand in der Schöpfung die Größe Gottes sieht: LESUNG:

Gottes Herrlichkeit in seiner Schöpfung und in seinem Gesetz Ps 19
2 Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Sterne bezeugen seine Schöpfermacht. 3 Ein Tag sagt’s dem andern, und eine Nacht tut’s kund der andern,

4 ohne Sprache und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme.

5 Ihr Schall geht aus in alle Lande und ihr Reden bis an die Enden der Welt. Er hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht; /

6 sie geht heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie ein Held, zu laufen ihre Bahn.

7 Sie geht auf an einem Ende des Himmels / und läuft um bis wieder an sein Ende, und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes und die Sterne bezeugen seine Schöpfermacht!“

Das ist das Motto von Menschen mit einem schöpfungsorientiertem Ansatz.

In der Natur fühlst du dich Gott einfach näher! PPT

Kennzeichen:
> Du bist Dir Deiner körperlichen Empfindungen sehr bewusst.

> Kunst, Symbole und Rituale helfen Dir, innerlich zu wachsen.

> Weil Du von Gottes Schöpfung so begeistert bist, hast Du selbst einen Hang z. Kreativität.

Wer diesen Zugang besitzt hat von Gott oft eine große Portion Kreativität bekommen. Ein solcher Mensch kann sich ganz leicht an der Schönheit der Tiere und Pflanzen erfreuen und Gottes Gegenwart in diesen Momenten in besonderer Weise erleben. Anette geht zum Beispiel manchmal zu einem Date mit Gott in den Wald. Ein biblisches Beispiel ist Jesus: Jesus kann eigentlich für alle Zugangswege als Beispiel genannt werden, aber es ist interessant, dass es ihn auch immer wieder in die Natur zog. Oft ging er von den anderen weg, um draußen zu sein,an einen See oder auf einen Berg UM ZEIT MIT SEINEM VATER zu verbringen.

Er wollte immer in die Schöpfung, die er selbst ja auch mit geschaffen hatte.

Eine nette Erzählung gibt es von dem afroamerikanischem Chemiker George Washington Carver, der hunderte von Möglichkeiten für den Einsatz von Erdnussprodukten fand. Es wird berichtet, dass er betete: „Gott, zeige mir die Geheimnisse deines Universums!“ Und Gott antwortete: „Das Universum ist zu groß für dich. Ich werde dir zeugen, was in einer Erdnuss steckt.“

Stärken ausbauen. Um Deine Stärken auszubauen, solltest Du viel Zeit in der freien Natur verbringen. Bei Jesus war das oft so. In unserer Zeit ist das nicht mehr so üblich. Suche Dir einen festen Ort, an den Du dich zurückziehen kannst. Mache die Freude über „Schönheit“ zu einem Teil Deines geistlichen Lebens!

Mögliche Gefahren: Du neigst unter Umständen dazu, dich in Schönheit oder Natur zu flüchten, denn Menschen können uns manchmal enttäuschen. Achte darauf, dass Du nicht die Gemeinde meidest, weil Du dir sagst: „Ich kann Gott auch in der Natur anbeten, nur für mich allein.“

Ja: du bist dazu geschaffen, um Gottes Schönheit in der Natur zu entdecken, aber du solltest auch die Schönheit in anderen Menschen entdecken und Gott erlauben, dass er durch sie zu dir spricht. Sonst entgeht dir ein wesentlicher Teil seines Wirkens.

Wege zum Wachstum: Bleibe fest in eine Gemeinschaft eingebunden, die mit dir gemeinsam Gott anbetet. Du brauchst Menschen, denn trotz allem sind auch sie ein Teil von Gottes wunderbarer Schöpfung. Von Zeit zu Zeit solltest du dich auch bewusst an weniger schöne Orte begeben! Als Kontrast. Und: Nimm deine Bibel mit in die Natur, und denke über Gottes Wort nach, während du die Natur genießt.

Der aktionsorientierte Ansatz oder auch der aktivistische Zugangsweg

Die Bibel erzählt viele Geschichten über Glauben, in denen aktionsorientierte Menschen eine große Rolle spielen. Mose, Elia, Nehemia, auch Petrus. Manchmal haben sie genau das Richtige getan, manchmal furchtbar versagt. Mal waren sie sehr erfolgreich, mal scheiterten sie. Der aktionsorientierte Typ findet geistliche Nahrung und spürt Gottes Nähe, wenn er etwas tut. Und als ich davon zum ersten Mal hörte, war es für mich wie ein Evangelium. Hier wird auch von mir gesprochen. Ich erlebe Gottes Gegenwart, wenn ich mich für ihn einsetze, wenn ich etwas für ihn an den Start bringen darf. Das gibt mir dann sogar mehr Kraft, als ich dafür einsetze, wird für mich zur Energiequelle.

Kennzeichen: Du bist zielstrebig und hast eine klare Vision. Du beteiligst dich leidenschaftlich am Aufbau der Gemeinde und/oder an der Schaffung von Gerechtigkeit. Herausforderungen entmutigen Dich nicht, sondern spornen Dich an! Du liebst es, das volle Potenzial aus Menschen herauszuholen, das Gott in sie hineingelegt hat. Du lebst Dein Leben oft auf der Überholspur, bist immer aktiv und schlägst dich mit Problemen herum. Und liebst es! Biblisches Beispiel: Nehemia. Nehemia ist einer meiner Lieblingspropheten. Eigentlich ist er erst einmal kein Prophet, sondern ein Jude im Exil am Hof des persischen Königs Atarxerxes. Dort arbeitet er als Mundschenk. Eines Tages kommen Juden aus Jerusalem an den Königshof und Nehemia muss hören, dass Jerusalem und seine Mauern in Trümmern liegen. Dass es überhaupt nicht gut aussieht in seiner alten Heimat. Er beginnt mit Gott im Gebet zu ringen und fragt ihn, was er tun soll. Nach vier Monaten fragt ihn der König warum er so bedrückt aussieht. Nehemia nimmt all seinen Mut zusammen, erzählt von seinem inneren Schmerz und bittet den König nach Jerusalem gehen zu dürfen, um dort nach dem Rechten zu sehen und die Mauer wieder aufzubauen. Ein Wunder geschieht: Er bekommt eine Schutzmannschaft für die Reise, Empfehlungsbriefe und sogar die Genehmigung für die Baumaterialien. Ich lese ein paar Verse (Wir hören ein paar Verse…) aus der Hoffnung für alle. Neh 2:

Nehemia untersucht den Zustand der Mauern Jerusalems
11
 Und als ich nach Jerusalem kam und drei Tage da gewesen war,

12 machte ich mich in der Nacht auf und wenige Männer mit mir; denn ich hatte keinem Menschen gesagt, was mir mein Gott eingegeben hatte, für Jerusalem zu tun; und es war kein Tier bei mir außer dem, auf dem ich ritt.

13 Und ich ritt zum Taltor hinaus bei Nacht und am Drachenquell vorbei und an das Misttor und forschte genau, wo die Mauern Jerusalems eingerissen waren und die Tore vom Feuer verzehrt.

14 Und ich ritt hinüber zu dem Quelltor und zu des Königs Teich und es war da kein Raum, dass mein Tier mit mir weiterkommen konnte.

15 Da stieg ich bei Nacht das Bachtal hinauf und achtete genau auf die Mauern und kehrte um und kam durch das Taltor wieder heim.

16 Und die Ratsherren wussten nicht, wohin ich gegangen war und was ich gemacht hatte; denn ich hatte bis dahin den Juden, nämlich den Priestern, den Vornehmen und den Ratsherren und den andern, die am Werk arbeiten sollten, nichts gesagt.

17 Und ich sprach zu ihnen: Ihr seht das Unglück, in dem wir sind, dass Jerusalem wüst liegt und seine Tore mit Feuer verbrannt sind. Kommt, lasst uns die Mauern Jerusalems wieder aufbauen, damit wir nicht weiter ein Gespött seien!

18 Und ich sagte ihnen, wie gnädig die Hand meines Gottes über mir gewesen war, dazu auch die Worte des Königs, die er mir gesagt hatte. Und sie sprachen: Auf, lasst uns bauen! Und sie nahmen das gute Werk in die Hand.

Er erlebt die Hand Gottes gnädig über sich!!! Und das motiviert ihn: „Kommt, lasst uns bauen.“ Bis zur Vollendung der Mauer ist es ein langer Weg und es gibt immer wieder Rückschläge. Aber Nehemia nimmt die Herausforderung an: MIT GOTT AN SEINER SEITE. Und GEMEINSAM MIT GOTT geht er den Weg.

Stärken ausbauen: Um Deine Stärke auszubauen, solltest Du die Herausforderung in Deinem Leben suchen. Finde ein Team von Leuten, in die Du investierst und mit denen Du arbeiten kannst, um große Ziele zu erreichen.
Mögliche Gefahren: Mach Dir bewusst, dass Du eventuell Leute überrollen oder benutzen kannst, weil Du zu sehr darauf fixiert bist, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Achte darauf, von Zeit zu Zeit Pausen einzulegen. Du brauchst die Pause zur Reflexion und um dir über Deine Motive klar zu werden.

Wege zum Wachstum: Übe Dich in Stille und Einsamkeit. Praktiziere eine Reflexionsübung, wie etwa Tagebuch schreiben. Baue eine tiefe geistliche Freundschaft zu ein oder zwei anderen Personen auf.

Der anbetungsorientierte Ansatz (Inhalt & Zeugnis von Lucia)

In der Anbetung öffnet sich dein Herz und du wirst enthusiastisch und richtig lebendig.

Kennzeichen: Du hast eine tiefe Vorliebe für musikalisch gestaltete Gottesdienste und ein natürliches Bedürfnis nach Feiern. In schwierigen Zeiten des Lebens ist Anbetung für Dich eine der Aktivitäten, die Dir am besten hilft, wieder heil zu werden. In der Anbetung öffnet sich Dein Herz und Du wirst enthusiastisch und richtig lebendig. Biblisches Beispiel: David

Stärken ausbauen: Besuche regelmäßig Veranstaltungen, in denen die Anbetung Gottes

im Mittelpunkt steht. Kaufe dir Anbetungs-CDs & Musik und funktioniere dein Auto / Zimmer,

zu einer geistlichen Zufluchtsstätte um! Lerne Sie andere Arten der Anbetung kennen und lass dich für dadurch für deine eigene Anbetungszeit inspirieren!

Mögliche Gefahren: Achte darauf, andere nicht zu verurteilen, wenn sie deine Leidenschaft für Lobpreis nicht teilen. Achte darauf, dein geistliches Leben nicht allein auf Erfahrungen aufzubauen, indem du ständig nach dem nächsten Anbetungshighlight Ausschau hälst.

WEGE zum Wachstum: Praktiziere die geistliche Übung des Studierens/Lernens! Diene Gott auf praktische Weise, um Deine Anbetung und Liebe auszudrücken! Bleibe Mitglied Deiner Gemeinde, auch wenn die Anbetung nicht genau so ist, wie Du dir das vorstellst!

ZUSAMMENFASSUNG: Mach das Beste aus deinem Zugang: Erteile dir selbst die Erlaubnis, der zu sein, als der Gott dich geschaffen hat. Freue dich über deinen Zugang und nutze ihn! Sei offen dafür, dich in Aktivitäten einzubringen, die dich aus deinem ‚Wohlfühlbereich‘ herausholen, und fordere dich heraus, um (geistlich) zu wachsen. Jeder von uns hat einen oder zwei bevorzugte Zugänge. Es ist wichtig, alle Zugänge zu entdecken und zu benutzen.

Aber Achtung: Nimm dich vor der Versuchung in Acht, andere zu beneiden. Urteile nicht, nur weil jemand einen anderen Zugang zu Gott benutzt als du. Denke daran, dass wir ALLE Zugänge in unserem Leben in gewissem Maße entwickeln und ausbauen sollen. Jeder von uns hat einen oder zwei bevorzugte Zugänge. Es ist wichtig, alle Zugänge zu entdecken und zu benutzen.

(Quelle: John Ortberg, Abenteuer Alltag)
Folie: Weg zur Kirche in Cochem:
OBEN
n/a